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Heft 9/2021September

Inhalt

Es ist doch immer wieder dasselbe: Am Jahresanfang, an den Geburtstagen, nach dem Urlaub und den großen Ferien nimmt man sich immer wieder die großen Veränderungen vor. Und wie oft scheitert man damit? Ich denke, weil sie eben oft zu groß sind, diese Vorhaben und Vorsätze!

Es gibt da einen Text, der so realistisch wie hilfreich ist, ein Gebet von Antoine de St.-Exupéry und es geht so:

„Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr. Sondern um die Kraft für den Alltag. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte ...
Mach mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung. Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist … Hilf mir das Nächste so gut wie möglich zu tun und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.
Verleihe mir die nötige Phantasie, im rechten Augenblick ein Päckchen Güte an der richtigen Stelle abzugeben.
Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glattgehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen.
Erinnere mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt. Schick mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen. Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen. Gib, dass ich diesem schönsten, riskantesten und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin. Mach aus mir einen Menschen, der einem Schiff mit Tiefgang gleicht, um auch die zu erreichen, die „unten“ sind. Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.“

Ja, es ist eine Kunst, kleinschrittig, aber bewusst und zielstrebig die Tage zu gestalten und anzugehen. Ich will mir für den Neustart nach der Sommerpause vornehmen:

Mit welchen Menschen will ich Zeit verbringen?
Wer ist mir wichtig, wen könnte ich mal wieder anrufen oder zum Essen einladen?
Wen will ich öfter sehen, öfter sprechen, öfter besuchen …?

Und Pausen sollen mir immer wichtiger werden! Eine Pause, die es schon seit dreitausend Jahren für die Menschen gibt, jede Woche: den Sonntag! Das ist immerhin ein ganzer Tag, der ohne Arbeit auskommen soll. An dem ich quasi Urlaub machen kann, einmal pro Woche 24 Stunden lang. Es ist schon seltsam, dass es offensichtlich vielen schwerfällt, diesen Tag auch genauso zu nutzen: als Auszeit! Dabei empfiehlt schon die Bibel: Lass doch einfach mal alles liegen, was heute nicht unbedingt nötig ist. Halte den Sonntag heilig. – Ich will sie mir gönnen, die Pausen, will gnädig mit mir sein und immer wieder einmal nichts tun, für ein paar Minuten, für acht Stunden Schlaf, für 24 Stunden Sonntag. Und so, hoffe ich, lässt sich dann auch der Alltag nach Ferien/Urlaubszeiten wieder besser bestehen.

Allen, die in diesen Tagen neu anfangen, sei zugesagt: „Gott, dein guter Segen ist wie ein großes Zelt …!“ Unter diesem Zelt lässt es sich gut leben, gut arbeiten, gut Pausen machen, neu anfangen und neu aufhören … einfach alles, was zu unserem Leben und Lebensalltag gehört. – Der Herbst steht vor der Tür und schon ganz langsam klingeln auch schon wieder die Weihnachtsglocken. In herzlicher Verbundenheit gehen wir in das letzte Viertel dieses Jahres.