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Anzeige: Mitten im Leben. Post von Margot Käßmann?

Heft 1/2019Januar

Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

so einen Stern müsste man haben, das habe ich in den letzten Tagen öfter gedacht. So einen Stern, wie ihn die drei Weisen hatten. Einen Stern, der einem zeigt, wo es Ianggeht, unübersehbar und eindeutig; damit man weiß, was man tun und wie man sich verhalten soll. Einen Stern, der mir sagt: Mach es so, dann wird das sicher gut. Oder einen warnt: Lass das lieber, das führt zu nichts. Ach, wie schön wäre das! Aber haben wir mit dem Geschenk Jesus nicht diese Orientierung bereits bekommen? Wenn wir uns an das Doppelgebot der Liebe halten, wie das der erwachsen gewordene Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern gesagt hat, dann haben wir diese Orientierung, die wir brauchen:

DU SOLLST GOTT LIEBEN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist ihm gleich: DU SOLLST DEINEN NÄCHSTEN LIEBEN WIE DICH SELBST. (Matthäus 22)

Ich denke, das ist eine gute Vorlage, ein guter Vorsatz für ein neues Jahr. Die ersten Januar Wochen sind ja gewissermaßen der Testlauf für die guten Vorsätze aus der Silvesternacht. Bei Erich Kästner habe ich gelesen:

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.
Je üppiger die Pläne blühen,
umso verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat.

Stimmt. Es nützt gar nichts, sich nur etwas vorzunehmen. Man muss es auch tun. Nur, es klappt meistens nicht. Leider! Schon der Apostel Paulus ist wohl an seinen Vorsätzen des Öfteren gescheitert, denn er schrieb den berühmten Satz: „Ich wollte schon, aber ich habe es nicht geschafft. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, tue ich.“ (Römer 7,19)

Ich finde so eine Selbsterkenntnis ausgesprochen hilfreich. Ich muss überhaupt nicht alles schaffen, nicht vollkommen sein. Für Gott bin ich trotzdem in Ordnung, so unvollkommen, wie ich oft bin. Wenn ich das erkannt habe, dann brauche ich meine Kraft nicht mehr zum Schummeln. Sie steht mir zur Verfügung um es neu zu versuchen. Anders vielleicht. Oder mit anderer Hilfe. Ich kann auch Gott bitten, mir Kraft zu geben, meine „guten Vorsätze“ auch umzusetzen. Erich Kästner sagt das so:

Es nützt nicht viel, sich rot zu schämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm!
Und bessert euch — drauflos!

So dürfen auch wir gelassen und mit viel neuem Elan und Freude in das neue LEBENSSPUREN-Jahr 2019 gehen. Neue Serien werden Sie begleiten: Lebenslotsen — Vorbilder, Fragen des Alters, des „Älter-Werdens“ werden uns herausfordern, über unsere eigenen Meinungen und Ansichten nachzudenken. Dass der Jahresfestkreis uns immer wieder neu einlädt, um innezuhalten, dankbar zu werden, nachzudenken das wird ebenso das Jahr begleiten wie ihre Geschichten, Erlebnisse, Gebete und Gedichte. Entdecken Sie mit uns die vielen kleinen und großen Schätze unserer Worte und Gedanken — die wir in den LEBENSSPUREN für Sie festhalten.

Mit einem Neujahrsgruß von Rose Ausländer grüße ich Sie zu diesem Start in das neue Lesejahr 2019 ganz herzlich:

Im neuen Jahr grüße ich meine nahen und die fernen Freunde, grüße die geliebten Toten, grüße alle Einsamen, grüße die Künstler die mit Worten, Bildern, Tönen mich beglücken, grüße die verschollenen Engel und grüße mich selber mit dem Zuruf Mut!

In diesem Sinne und in Verbundenheit, Ihre Redaktion LEBENSSPUREN