Was im Körper passiert, wenn Arme oder Beine einschlafenEingeschlafene Füße

Es kribbelt, tut weh und fühlt sich taub an: Was im Körper passiert, wenn Arme oder Beine einschlafen.

Eingeschlafene Füße
© Beate Autering, Berlin

Hilfe! Es kribbelt und krabbelt im Bein, so als ob Tausende Ameisen hinauf- und hinunterlaufen würden. Das Bein fühlt sich an, als wäre es taub oder gelähmt, du kannst gar nicht mehr richtig auftreten. Und wenn du es dann versuchst, geht es erst richtig los: Aus dem Kribbeln wird ein Pochen, es sticht und schmerzt. Oft dauert es eine ganze Weile, bis der Schmerz vorbeigeht und sich das Bein wieder normal bewegen lässt.
Ein eingeschlafenes Bein ist unangenehm. Es tritt meist dann auf, wenn wir längere Zeit auf dem Boden knien, im Schneidersitz hocken oder mit übereinandergeschlagenen Beinen auf dem Stuhl sitzen. Auch Arme können einschlafen. Das passiert oft nachts, wenn wir sie unter dem Kissen verschränken. Doch warum kribbelt es so komisch, wenn Beine und Arme wieder aufwachen?

ABGEKLEMMTE NERVENBAHNEN

Natürlich sind es keine Ameisen, die über den Körper laufen. Schuld sind die Nervenbahnen. Sie durchziehen unseren Körper kreuz und quer wie ein Netz. Über sie werden, ähnlich wie in einer Telefonleitung, Informationen weitergegeben, und zwar vom Körper an das Gehirn und wieder zurück. Wenn wir einen heißen Topfdeckel anfassen, schicken die Nerven diese Information blitzschnell an das Gehirn weiter und sorgen dafür, dass wir dieses Körperteil wahrnehmen: „Aua, das tut weh!“ Das Gehirn wiederum sagt den Muskeln in unserem Arm, was sie zu tun haben: Wir lassen den Deckel fallen.
Diese Nervenbahnen werden jedoch oft abgeklemmt, wenn wir uns lange auf den Boden hinsetzen oder hocken. Der Oberschenkel drückt auf den Unterschenkel, die Leitungen sind gestört, die Information „Da ist ein Bein“ kommt nicht mehr im Gehirn an. Deshalb nimmt es an, dass das Bein gar nicht mehr da ist. Die Folge: Das Bein wird taub.
Für das unangenehme Kribbeln dabei haben Forscher zwei Erklärungen. Einmal ist es ein Notsignal des Körpers. Es signalisiert uns: „Bitte die Position ändern! Hier ist etwas eingeklemmt.“ Aber oft hören das Kribbeln, das Ziehen und Pochen nicht auf, wenn wir uns anders hinsetzen oder das Bein strecken. Das liegt daran, dass es ein wenig Zeit braucht, bis die Verbindung über die abgedrückten Nervenbahnen wieder ordentlich hergestellt ist. Und bis dahin kommen nur fehlerhafte Informationen im Gehirn an. Das ist das, was wir als Kribbeln wahrnehmen. Aber keine Sorge: Nach ein paar Minuten läuft alles wieder rund und das Kribbeln verschwindet.

Experimente und Projekte zum Thema Körper gibt es auf der nächsten Seite.  

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