Wie entwickelt sich die kognitive Leistung eines Kleinkindes?
Ein Kind von 0 bis 6 Monaten
- imitiert unmittelbar und zeitlich versetzt den Gesichtsausdruck Erwachsener
- wiederholt zufällige Verhaltensweisen
- lernt nicht nur, seine Aufmerksamkeit gezielt auf etwas zu richten, sondern auch sich wieder abzuwenden; es kommt immer häufiger zu vertieften Aufmerksamkeitszuständen, Examination genannt. Die Aufmerksamkeitsspanne wächst kontinuierlich
- kann sich zunehmend besser an etwas erinnern (insbesondere Wiedererkennen – implizites Gedächtnis)
- bildet Wahrnehmungskategorien, die sich auf ähnliche Merkmale von Gegenständen und Personen gründen (z. B. belebt - unbelebt, Mensch - Tier)
Ein Kind von 7 bis 12 Monaten
- kombiniert sensomotorische Schemata
- zeigt zielgerichtetes Verhalten
- findet Gegenstände, die an einem Platz versteckt sind
- ahmt zeitlich versetzt Handlungen Erwachsener mithilfe von Gegenständen nach
- verbessert seine Gedächtnisspanne und entwickelt ein erstes aktives Erinnern (explizites Gedächtnis)
- löst einfache Probleme durch Analogie (z. B. Lösungsstrategien von Bezugspersonen übernehmen und sie auf ähnliche Problemstellungen anwenden)gruppiert Reize in zunehmend bedeutungshaltige (komplexere) Kategorien (zunächst auf der Wahrnehmung beruhend,) Ähnlichkeit (z. B. runde oder eckige Gegenstände) oder auffällige Merkmale (z. B. Beine von Tieren, Räder von Fahrzeugen); später konzeptionell aufgrund voneinander ähnlichen Funktionen oder Verhaltensweisen)
Ein Kind von 13 bis 18 Monaten
- findet Gegenstände, die nacheinander an unterschiedlichen Orten versteckt wurden
- ordnet Gegenstände in Kategorien, wie bspw. Größe, Farbe, Form und Funktion
- ahmt Handlungen nach, auch wenn sich der Kontext verändert
- kann seine Aufmerksamkeit länger auf eine Sache richten (weitere Verbesserung der Aufmerksamkeitsspanne)
Ein Kind von 19 bis 24 Monaten
- löst sensomotorische Probleme (Koordination von Handlungen ist nicht mehr an tatsächlich ausgeführte Handlungen geknüpft; das Kind hat jetzt die Fähigkeit, symbolische Vorstellungen auch für abwesende Personen, Dinge oder Ereignisse zu bilden)
- findet einen Gegenstand, der bewegt wurde, während es nicht zusah
- ahmt zeitlich versetzt die Handlungen von Erwachsenen nach, selbst wenn sie diese nicht vollständig ausgeführt haben
- spielt Als-ob-Spiele
- ordnet Gegenstände auf eine durch erweitertes Wissen über die Welt und auch den wachsenden Wortschatz wirksamere Art in Kategorien (auch aktives Kategorisieren und Sortieren von Gegenständen beim Spielen)
- kann sich noch besser erinnern (weitere Verbesserung der Gedächtnisspanne und des Abrufs aus dem Gedächtnis, Erinnerung an etwas, das nicht präsent ist)
Ein Kind von 2 bis 3 Jahren
- in seinen Als-ob-Spielen weniger abhängig von realem Spielzeug, die Spiele sind weniger selbstbezogen und komplexer
- kann in einfachen Situationen den Standpunkt anderer übernehmen
- hat beim Wiedererkennen ein gut entwickeltes Gedächtnis (Erkennen, dass ein aktueller Reiz einem früher erlebten Reiz gleicht oder ähnelt, auch nach längerer Zeitspanne)
- erkennt, dass Denken in seinem Kopf stattfindet und dass auch eine andere Person an eine Sache denken kann, ohne sie zu sehen, anzufassen oder darüber zu sprechen
- beginnt zu zählen
Was umfasst der Begriff abstrakt-kognitive Erkenntnis?
Abstrakt-kognitive Erkenntnisse entwickeln sich kontinuierlich während der frühen Kindheit und bilden die Grundlage für komplexeres Denken und Lernen in späteren Lebensphasen. Dazu gehört u. a. die Fähigkeit, Lösungen für Probleme zu finden, sich Dinge oder Szenarien vorzustellen, die nicht direkt sichtbar oder greifbar sind oder auch Objekte oder Konzepte in Gruppen oder Kategorien einteilen zu können.
Wie entwickeln Kleinkinder die Fähigkeit der kognitiven Koordination?
Kinder unter drei Jahren koordinieren ihre Kognition durch sinnliche Wahrnehmung, Bewegung und wiederholte Handlungserfahrungen. Sie verbinden Denken mit Handeln durch unmittelbares Ausprobieren und Nachahmen. So entwickeln sie ein schrittweises Verständnis für Zusammenhänge und können einfache Handlungsabfolgen antizipieren.
Wie entwickeln Kleinkinder kognitive Konzepte ?
Die Konzeptentwicklung in den ersten drei Lebensjahren eines Kindes ist ein zentraler Teil seiner kognitiven Entwicklung. Babys und Kleinkinder bauen dabei nach und nach ein Verständnis für die Welt auf, indem sie Erfahrungen sammeln, Muster erkennen und mentale Kategorien – Konzepte – bilden. So verstehen sie z. B. nach und nach, wie und wofür sie bestimmte Gegenstände, etwa eine Gabel, nutzen können.
Die Verfeinerung und Differenzierung der Konzepte werden mit der Zeit immer komplexer – von ersten Beobachtungen von Ursache – Wirkung im ersten Lebensjahr bis zu sprachlicher Strukturierung und komplexen sozialem Konzepten im dritten Lebensjahr.