Was beschreiben die Begriffe der interindividuellen und intraindividuellen Variabilität, bezogen auf die kindliche Entwicklung?
Die beiden Begriffe beschreiben Unterschiede in der kleinkindlichen Entwicklung auf zwei Ebenen:
- Die interindividuelle Variabilität bezieht sich auf Entwicklungsunterschiede bzw. -tempi zwischen mehreren Kindern: Das eine läuft bspw. früher als das andere; dieses wiederum beginnt u. U. früher zu sprechen.
- Die intraindividuelle Variabilität beschreibt Entwicklungsunterschiede, bezogen auf ein einzelnes Kind, das z. B. schon recht früh laufen kann, aber spät beginnt zu sprechen.
Emotionale Entwicklung U3
Die emotionale Entwicklung in den ersten drei Lebensjahren ist grundlegend für die spätere psychosoziale Entwicklung. Aus bindungstheoretischer Perspektive entwickelt sich die emotionale Sicherheit eines Kleinkindes vor allem durch den responsiven Interaktionsstil seiner erwachsenen Bezugspersonen, der sich u. a durch emotionale Verfügbarkeit, Spiegelung und sprachliche Begleitung auszeichnet.
- Vor allem im ersten Lebensjahr sind Kinder auf Ko-Regulation angewiesen: Pädagogische Fachkräfte helfen den Jüngsten dabei, Impulse und Emotionen zu kontrollieren und Gefühle zu strukturieren.
- Im zweiten Lebensjahr differenzieren sich Emotionen wie z. B. Freude und Angst weiter aus. Es entstehen erste selbstregulative Strategien. Die Jüngsten entwickeln aber auch zunehmend autonome Bestrebungen, die häufig mit Frustrationen und Wut einhergehen und eine emotionsregulierende Begleitung erforderlich machen.
- Im dritten Lebensjahr entwickeln Kinder zunehmend emotionsbezogene Kompetenzen wie Empathie, Stolz oder Scham. Die Emotionsregulation bedarf weiterhin der responsiven Begleitung der Fachkräfte.