Die Bildungsbereiche in der Kita

Die ganzheitliche Bildung und Förderung von Kindern ist ein wichtiges Ziel in der pädagogischen Frühförderung.

Lange schon geht es nicht mehr nur darum, Kinder in pädagogischen Einrichtungen unterzubringen und zu betreuen – die ganzheitliche Bildung und Förderung ist bereits seit Fröbels Gründung des Kindergartens zu einer tragenden Säule der frühpädagogischen Arbeit geworden. Sie ist geregelt durch die Bildungspläne/-programme der Länder. Bildung bedeutet, dass Kinder sich Fertigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen aneignen, z. B. in der Sprache, den Naturwissenschaften, im Sozialverhalten oder in der Motorik. Ob und wie Bildungsprozesse gelingen, hängt von vielerlei Faktoren ab:

  • von der persönlichen Lebenssituation des Kindes,
  • von den Personen im Umfeld und der Beziehung des Kindes zu diesen Personen,
  • von der Umgebung und den Anregungen, die sie dem Kind bietet,
  • von der eigenen Motivation,
  • von der Begleitung und Unterstützung durch Erwachsene.

Durch die Bildungspläne der Bundesländer ist jeweils festgelegt, welche Kompetenzen die Kinder in der Kita erwerben und welche Erfahrungen sie sammeln sollen. Aufgabe der pädagogischen Fachkraft ist es daher, Bildungsprozesse der Kinder in den unterschiedlichen Bildungsbereichen zu ermöglichen und unterstützend zu begleiten.

Was sind Bildungsbereiche? Und welche Bildungsbereiche gibt es?

Bildungsbereiche sind Themengebiete der Bildung. Diese Themengebiete werden oftmals unterschiedlich geordnet und benannt, überschneiden sich dennoch größtenteils. So lässt sich grob unterteilen in:

Aufgabe der Kita ist es, Kindern in all diesen Bereichen Anregungen und Raum für Bildungsprozesse zu bieten und diese Prozesse aktiv zu fördern.

Welche Rolle spielen die Bildungsbereiche in den Bildungsplänen der Bundesländer?

Die Bildungspläne der einzelnen deutschen Bundesländer stecken den Rahmen ab für die Bildungsarbeit in der Kita und geben bestimmte (Bildungs-)Ziele vor. Unter anderem legen diese Pläne die Bildungsbereiche fest und geben den pädagogischen Fachkräften Leitfragen oder Checklisten an die Hand. Damit können die Fachkräfte überprüfen, ob sie den Kindern ihrer Kita Anregungen in allen Bildungsbereichen bieten und wo sie noch Nachholbedarf haben. So geht es in den einzelnen Bereichen nicht nur darum, dass die Kinder Sachwissen erlangen (z. B. naturwissenschaftliche Phänomene zu verstehen), sondern auch darum, dass sie Selbstvertrauen und Freude an einer Tätigkeit entwickeln, mit anderen Kindern kooperieren und sich selbstständig Lernstrategien aneignen.

Wie können in der Kita die unterschiedlichen Bildungsbereiche gefördert werden?

Es gibt viele Möglichkeiten, Kinder in den unterschiedlichen Bildungsbereichen zu fördern. Hier einige Beispiele:

Eine Kita kann unterschiedliche Themenräume bzw. Werkstätten einrichten, in denen die Kinder selbstständig ihren Fragen und Interessen nachgehen können, z. B. einen Rollenspielraum, eine Schreibwerkstatt oder einen Forscherraum.

  • Eine anregende Raumgestaltung weckt Neugier und Fantasie. Dabei gilt es, eine gute Balance zu finden: karge Räume wirken eher ausladend und reizlos, überfüllte Räume dagegen überfordern und desorientieren die Kinder. Wichtig ist daher, dass die Räume ästhetisch, anregend und vielfältig eingerichtet sind und dass die Materialien übersichtlich strukturiert und für die Kinder gut erreichbar sind.
  • Durch ausreichend und qualitativ hochwertiges Material bekommen Kinder Denkanstöße und Ideen. Dazu gehören vielfältige Verbrauchsmaterialien, Werkzeuge, Bücher, Bilder u. v. m.
  • Kinder lernen mit allen Sinnen und besonders durch das eigene Tun. Deshalb ist es förderlich, wenn die Kita ganzheitliche Bildungsprozesse ermöglicht. Das heißt, dass Kinder selbst ausprobieren und durch Erfahrungen lernen können, dass sie sehen, hören, riechen, fühlen und schmecken und all diese Sinneseindrücke verinnerlichen.
  • Einen großen Teil trägt die pädagogische Fachkraft durch ihre Haltung und ihr Handeln zur Förderung der Bildungsprozesse bei: Sie nimmt die Interessen und Fragen der Kinder aufmerksam wahr und geht interessiert auf diese ein. Sie ermutigt die Kinder dazu, diesen Fragen nachzugehen und unterstützt sie dabei. Sie hält sich mit vorschnellen Antworten zurück und vermeidet es, die Arbeit der Kinder zu bewerten.
  • Durch Kooperationen mit anderen Institutionen, durch Ausflüge, Besuche oder Projekte haben Kinder die Möglichkeit, vielfältige Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln, z. B. im Theater, im Schwimmbad oder wenn die Eltern anderer Kinder ihre Berufe vorstellen.
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