Als Präfation (lat. praefatio = Vorrede, Einleitung) wird der eröffnende Teil des Eucharistischen Hochgebets der Messfeier bezeichnet. Sie beginnt nach dem Gabengebet mit dem Dialog zwischen Priester und Gemeinde („Der Herr sei mit euch“ – „Und mit deinem Geiste“ / „Erhebet die Herzen“) und mündet in das Sanctus. Die Präfation führt damit in das eigentliche Hochgebet hinein und stimmt die versammelte Gemeinde auf das große Dank- und Lobgebet der Kirche ein.
Inhaltlich ist die Präfation ein feierliches Dankgebet an Gott den Vater durch Christus im Heiligen Geist. Sie nennt je nach Tag, Festzeit oder Anlass besondere Gründe des Dankes: etwa Schöpfung und Erlösung, das Ostergeheimnis, die Sendung des Heiligen Geistes, das Zeugnis der Heiligen oder das Geheimnis eines Festtages. Je nach Hochgebet wechselt die Präfation daher im Laufe des Kirchenjahres häufig. So bringt sie die jeweilige geistliche Prägung eines Tages oder einer Zeit besonders zum Ausdruck.
Liturgiegeschichtlich gehört die Präfation zu den ältesten Bestandteilen der Eucharistiefeier und ist bereits in frühchristlichen Quellen bezeugt. Sie macht deutlich, dass Eucharistie wesentlich Danksagung ist – das Wort eucharistia selbst bedeutet ja „Dank“.
Manuel Uder, Trier