Ministrantinnen und Ministranten (von lateinisch ministrare = dienen) helfen dem Priester oder den Leiterinnen und Leitern anderer liturgischer Feiern bei der Ausübung ihrer Aufgaben. Ihr Dienst ist Ausdruck der tätigen Teilnahme der Getauften am Gottesdienst und gehört heute zu den wichtigsten liturgischen Laiendiensten. Ministrierende übernehmen unter anderem den Altardienst, tragen Kreuz, Kerzen, Weihrauch oder liturgische Bücher und unterstützen damit den reibungslosen Ablauf der Feier. Bekleidet sind sie dabei mit einem liturgischen Gewand, meist einer Albe oder einem Rochett mit Schulterkragen.
Historisch entstand der Ministrantendienst als Ersatz für den niederen Klerus, der früher den Priester am Altar unterstützte. In der Messfeier vor der Liturgiereform antworteten Ministranten stellvertretend für die Gemeinde auf die Gebete des Priesters. Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil trat die tätige Teilnahme der ganzen Gemeinde stärker in den Vordergrund (vgl. SC 14). Der Ministrantendienst wurde nun als eigenständiger Dienst von Getauften verstanden. Nachdem der Dienst lange Zeit Jungen vorbehalten war, stellte der Heilige Stuhl 1994 klar, dass auch Mädchen zum Altardienst zugelassen werden können; die Entscheidung darüber liegt beim jeweiligen Diözesanbischof. Im deutschsprachigen Raum und in vielen anderen Ländern der Welt sind Ministrantinnen heute unverzichtbar.
Für viele Kinder und Jugendliche ist der Ministrantendienst der erste bewusste Zugang zur Liturgie und zum Leben der Kirche. Neben den liturgischen Aufgaben prägen Gemeinschaft, Gruppenstunden und Ausflüge das Ministrantenleben. Der Dienst dient nicht nur der Unterstützung der liturgischen Feier, sondern erschließt den Ministrierenden zugleich ihren inneren Sinn. So wird er zu einem wichtigen Ort liturgischer Bildung, persönlicher Glaubensentwicklung und kirchlicher Gemeinschaft.
Manuel Uder, Trier