Krankensalbung

Sakrament, bei dem ein Kranker mit geweihtem Öl gesalbt wird. In der Antike wurde Öl als Mittel eingesetzt, von dem man sich körperliche Stärkung versprach. Das Sakrament der Krankensalbung geht auf den Jakobusbrief zurück, in dem es heißt: "Die Ältesten … sollen Gebete über ihn (den Kranken) sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben" (Jak 5, 14). Das Gebet und die Salbung waren auf die Genesung ausgerichtet. Seit dem frühen Mittelalter wurde die Krankensalbung vor allem als Bestandteil der Krankenbuße gesehen und möglichst kurz vor Eintreten des Todes gespendet. Im 12. Jh. erhielt sie daher die Bezeichnung "letzte Ölung".

Die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils hält dagegen fest, dass die Krankensalbung nicht nur das Sakrament derer ist, die sich in äußerster Lebensgefahr befinden (SC 73). Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde ein neuer Ritus der Krankensalbung entwickelt ("Die Feier der Krankensakramente ", 2. deutschsprachige Auflage, 1994).

Das Sakrament der Krankensalbung kann im Falle einer schweren Erkrankung gespendet werden. Wenn der Krankheitsverlauf sich verschlechtert, kann es wiederholt werden. Auch kann im Zweifelsfall die Krankensalbung gespendet werden, wenn der Kranke sich nicht mehr im Besitz seiner geistigen Kräfte befindet. Das Sakrament der Krankensalbung wird von einem Priester gespendet. Dass sie ein Handeln der kirchlichen Gemeinschaft ist, kommt besser zum Ausdruck, wenn weitere Gläubige an der Feier teilnehmen.

Kann die Krankensalbung nur in Todesgefahr empfangen werden oder sind regelmäßige gottesdienstliche Feiern mit Krankensalbung in einer Gemeinde (Pflegeheim, Krankenhaus) sinnvoll? Können Diakone und / oder Laien dabei mitwirken? W. S.

Lange Zeit wurde die Krankensalbung „Letzte Ölung" genannt, mit der Folge, dass man ihren Sinn ganz falsch verstand: Sie ist kein Sterbesakrament, sondern dient dem Leben, ist Sakrament zur leiblich-seelischen Aufrichtung. Ihr Ziel ist die Linderung von Schmerzen, Tröstung und Stärkung. Der biblische Jakobusbrief bezeugt, dass schon in der frühen Kirche Kranke gesalbt wurden, um sie dadurch aufzurichten und zu retten (Jak 5,14f). Die Kirche empfiehlt heute, die Krankensalbung mit jenen Menschen zu feiern, die sich durch Krankheit oder Altersschwäche in einem angegriffenen Gesundheitszustand befinden. Es muss keine lebensbedrohliche Erkrankung vorliegen. Auch mit Kindern kann die Krankensalbung gefeiert werden. Ihr Empfang soll nicht hinausgezögert werden. Sie kann auch wiederholt empfangen werden. Die Krankensalbung ist nicht nur Sakramentenspendung bzw -empfang, sondern Gottesdienst. Wie jede liturgische Feier braucht sie die Gemeinschaft. Insofern ist ein regelmäßiges Gottesdienstangebot in der Pfarrkirche oder Krankenhauskapelle als gemeinsame Feier für mehrere Kranke (z.B. zweimal im Jahr) sehr sinnvoll. Die Krankensalbung kann nur von Priestern oder Bischöfen gespendet werden. Diakone oder Laien können aber an der Gottesdienst-Feier mitwirken (Schriftlesung, Gebet, Handauflegung).

Redaktion

Unser alter Pfarrer hat jedes Jahr zweimal im Rahmen des monatlichen Seniorennachmittags einen Krankengottesdienst mit Krankensalbung angeboten (keine Messfeier). Dabei haben immer die meisten die Krankensalbung empfangen. Der neue Pfarrer will das nicht mehr machen. Nach seiner Meinung ist dieses Sakrament nur für wirklich Schwerkranke gedacht, aber nicht einfach für alle Älteren. G. K.

Gemäß dem liturgischen Buch „Die Feier der Krankensakramente" soll die „heilige Salbung den Gläubigen, die sich wegen Krankheit oder Altersschwäche in einem bedrohlich angegriffenen Gesundheitszustand befinden, gespendet werden. Was die Beurteilung der Schwere einer Erkrankung anbelangt, so genügt es, darüber zu einem umsichtigen Wahrscheinlichkeitsurteil zu kommen. Dabei soll kleinliche Ängstlichkeit ausgeschlossen und gegebenenfalls der Arzt zu Rate gezogen werden. Das Sakrament kann wiederholt werden, wenn der Kranke nach empfangener Salbung wieder zu Kräften gekommen was, oder wenn, bei Fortdauer derselben Krankheit, eine weitere Verschlechterung eintritt. Vor einem chirurgischen Eingriff kann die Krankensalbung immer dann gespendet werden, wenn eine gefahrbringende Erkrankung der Grund für die Operation ist. Alten Menschen, deren Kräftezustand sehr geschwächt ist, kann die heilige Salbung gespendet werden, auch wenn keine ernsthafte Erkrankung ersichtlich ist." (Praenotanda, Nr. 8-11).

Das bedeutet:

  • Die Salbung kann empfangen, wer sich in „einem bedrohlich angegriffenen Gesundheitszustand befinden". Damit nicht gemeint sind im höheren Alter „normale" Einschränkungen. Gemeint ist, wenn jemand aufgrund des Alters „sehr geschwächt" ist. Für den Großteil der Teilnehmer/innen an Seniorennachmittagen wird das in der Regel nicht zutreffen.
  • Der äußere Schein allein kann freilich trügen. Menschen können etwa eine Krebsdiagnose haben oder vor einer schweren Operation stehen, ohne dass andere davon wissen. Das letzte Urteil steht jedem persönlich zu.
  • Sinnvoll ist es, einmal an einem eigenen Seniorennachmittag das Problem mit dem Pfarrer anhand der zitierten Ordnung offen zu diskutieren und denn Einzelnen auch Gelegenheit zu geben, mit dem Priester über ihre persönliche Lage zu sprechen.

Eduard Nagel