Exsultet

Das Exsultet ist der feierliche Osterlobpreis der Osternacht und gehört zu den ältesten und eindrucksvollsten Gesängen der Liturgie. Sein Name leitet sich vom ersten lateinischen Wort Exsultet („Frohlocke!“) ab. Es erklingt nach der Segnung des Osterfeuers und dem Einzug der Osterkerze als Höhepunkt der Lichtfeier, des ersten Teils der Osternacht. Gesungen wird das Exsultet in der Regel vom Diakon, ersatzweise von einem Priester oder einem Kantor bzw. einer Kantorin. Die Gemeinde hört den Gesang stehend bei brennenden Kerzen und stimmt am Ende mit einem feierlichen „Amen“ zu.

Das Exsultet vereint mehrere liturgische Gattungen in einem einzigen Gesang. Es ist Osterverkündigung (Praeconium paschale), Danksagung für das Licht, Lob der Osterkerze (Laus cerei) und hymnischer Lobpreis der Osternacht. In dichter Sprache besingt es die großen Heilstaten Gottes – von der Befreiung Israels aus Ägypten bis zur Auferstehung Christi – und deutet sie als ein einziges Heilsgeschehen. Hervorstechend sind die wiederkehrenden Rufe über die „selige Nacht“ sowie der Jubel über die Erlösung durch Christus: „O wahrhaft selige Nacht“, „O glückliche Schuld“ (felix culpa), „O unfassbare Liebe des Vaters“. So wird die Osternacht als die Nacht gefeiert, in der Tod und Finsternis endgültig überwunden werden.

Den Abschluss bildet das Lob der Osterkerze, deren Licht auf Christus, das „wahre Licht“, verweist. Sie wird Gott als „duftendes Lobopfer“ dargebracht und zugleich zum Zeichen des auferstandenen Herrn, der die Welt erleuchtet. Das Exsultet verbindet damit biblische Bilder, eine poetische Sprache und feierliche Musik und gilt deshalb als einer der bedeutendsten Gesänge der gesamten katholischen Liturgie. Es eröffnet die Feier der Auferstehung mit einem umfassenden Lobpreis des österlichen Geheimnisses.

Manuel Uder, Trier

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