Epiphanie

Dass das griechische Wort „Epiphanie" im kirchlichen Bereich auf Deutsch mit „Erscheinung des Herrn" wiedergegeben wird, ist bekannt. Ursprünglich meint „Epiphanie" die Erscheinung einer Gottheit oder den Einzug eines als Gott verehrten Herrschers in einer Stadt, wo er als „Retter" gefeiert wird. Als Hochfest im Weihnachtsfestkreis erinnert uns „Epiphanie" daran, dass die Feier der Menschwerdung ein Ereignis ist, das weit über die Szene der Geburt des Gotteskindes im Stall von Bethlehem hinausgeht. „Epiphanie" stellt also eine wichtige Ergänzung zu der in unserer Frömmigkeit vorherrschenden Konzentration auf die Krippe dar. Ebenso erinnert uns das griechische Wort daran, dass auch das Drei-Königs-Brauchtum und die Sternsingeraktion nur einen kleinen Ausschnitt aus der Botschaft von der Menschwerdung Gottes zum Ausdruck bringen.

Wer dem Geheimnis der Epiphanie weiter nachspüren will, findet in dem Text, der am Weihnachtstag in der Messe „Am Tag" und am 2. Sonntag nach Weihnachten als Evangelium gelesen wird, Auskunft. Da wird der so genannte Johannes-Prolog vorgetragen: „Im Anfang war das Wort (griechisch: der Logos), und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. … Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen. … Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. … Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht."

Eduard Nagel