Einsetzungsbericht

Bezeichnung für die Worte im Eucharistischen Hochgebet, die anamnetisch die Stiftung der Eucharistie vergegenwärtigen:

Denn am Abend, an dem er ausgeliefert wurde und sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf, nahm er das Brot und sagte Dank, brach es, reichte es seinen Jüngern und sprach:
NEHMET UND ESSET ALLE DAVON: DAS IST MEIN LEIB, DER FÜR EUCH HINGEGEBEN WIRD.
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch, dankte wiederum, reichte ihn seinen Jüngern und sprach:
NEHMET UND TRINKET ALLE DARAUS: DAS IST DER KELCH DES NEUEN UND EWIGEN BUNDES, MEIN BLUT, DAS FÜR EUCH UND FÜR ALLE VERGOSSEN WIRD ZUR VERGEBUNG DER SÜNDEN. TUT DIES ZU MEINEM GEDÄCHTNIS.

Das jeweilige einzelne Hochheben ("Elevation") von Hostie und Kelch, meist noch begleitet von Klingel oder Gong durch die Ministranten, ist eine historisch gewachsene Hervorhebung der Einsetzungsworte gegenüber den anderen Teilen des Hochgebetes, das als Ganzes Konsekrationsgebet ist und die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi bewirkt.

In unserer Großpfarrei gibt es sehr unterschiedliche Gebräuche der Benutzung der Schellen durch die Messdiener. An manchen Kirchorten wollen die Obermessdiener immer mehr den Gebrauch der Schellen im Gottesdienst einführen und suchen entsprechende Stellen. Welche Regeln gibt es dafür? M. H.

In der „Grundordnung des Römischen Messbuchs“ (GORM) heißt es: „Kurz vor der Konsekration macht einer, der einen liturgischen Dienst ausübt, gegebenenfalls durch ein Zeichen mit der Klingel die Gläubigen aufmerksam. Er klingelt auch jedes Mal, wenn eine der beiden Gestalten gezeigt wird, entsprechend dem jeweiligen Ortsbrauch“ (GORM 150). Mancherorts sind auch weitere Schellenzeichen üblich, die wohl auf die Praxis vor der Liturgiereform zurückgehen. Für diese (und heute für die „außerordentliche Form“ des Römischen Ritus) waren die Regeln des Ritus servandus in celebratione missae (1962) maßgeblich. Geläutet wurde demnach zum Sanctus, kurz vor den Einsetzungsworten, jeweils zur Elevation (dreimal) sowie vor der Kommunion der Gläubigen (Ritus servandus, VII,8, VIII,6, X,6). Vielfach war es auch üblich, bereits zu Beginn der Gabenbereitung einmal zu schellen.

Heute handelt es sich beim Schellen in der Liturgie um eine Option, nicht um eine verpflichtende Vorschrift. Die genaue Ausführung - wie oft geschellt wird, welche Schellen verwendet werden, usw. - ist von Kirche zu Kirche unterschiedlich und kann wohl als „Ortsbrauch“ gelten. Das Schellen unterstreicht akustisch den Höhepunkt des eucharistischen Hochgebets und trägt im Übrigen auch zur aufmerksamen Teilnahme der Ministranten bei.

Aus: Gottesdienst 6/2104

Wir sind im Liturgiekreis nicht einig über das Klingeln der Ministranten nach den Einsetzungsworten. Wann geschieht denn wirklich die Wandlung? J. D.

Früher wurden die Einsetzungsworte stark vom übrigen eucharistischen Hochgebet isoliert als „Wandlung“ betrachtet. Heute betonen wir stärker den Zusammenhang des ganzen eucharistischen Hochgebets, während dessen die Wandlung geschieht. Die Einsetzungsworte sind keine „magischen Formeln“, deren Wirkung durch eine Handlung wie Erheben von Hostie bzw. Kelch und Klingeln unterstützt werden müsste. Sie sind vielmehr vergegenwärtigende Erinnerung innerhalb des großen, an Gott gerichteten Preis- und Dankgebets. Wir alle kennen das: Wenn wir uns erzählend an wichtige Ereignisse oder Personen erinnern, werden diese für uns in gewisser Weise gegenwärtig. Ähnlich, wenn auch einzigartig, wird Jesus Christus gegenwärtig, wenn der Priester an sein letztes Abendmahl erinnert und dabei seine deutenden Worte wiederholt: „Das ist mein Leib / mein Blut“. Weil diese Erinnerung so wichtig ist, werden Brot und Wein hoch gezeigt und zeigen Priester und Gemeinde ihre Verehrung durch eine Kniebeuge bzw. Verneigung. Früher, als der Priester noch mit dem Rücken zur Gemeinde leise auf lateinisch betete, war das Klingeln notwendig, damit alle diesen Moment mitbekamen. Heute hören und verstehen wir den Text und vollziehen das Hochgebet mit, so dass das Klingeln nicht mehr nötig ist.

Redaktion