Der Begriff Confiteor (lateinisch: „Ich bekenne“) bezeichnet eine bestimmte, traditionelle Form des Schuldbekenntnisses innerhalb der römischen Liturgie. Der Text beginnt mit den Worten: „Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe …“. Bei den Worten „… durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld“ schlagen sich die Betenden an die Brust.
Das Confiteor gehört zu den ältesten Bußgebeten der westlichen Kirche und ist noch heute (häufig nur noch fakultativer) Bestandteil verschiedener liturgischer Feiern. Charakteristisch für diese Sonderform des Bekenntnistextes (Apologie) sind die Selbstanklage und die Bitte um die Fürsprache der Kirche und der Heiligen. Auf das Schuldbekenntnis folgt in der Regel die Vergebungsbitte: „Der allmächtige Gott erbarme sich unser …“. Das Confiteor dient damit der inneren Vorbereitung auf die Liturgie, ersetzt jedoch im Fall von schweren Sünden nicht das Bußsakrament.
Die heutige Ordnung der Messfeier bietet für den Bußakt des Eröffnungsteils neben dem Confiteor als erster Form (Form A) weitere Möglichkeiten: Form B besteht aus einer Kurzversion des Schuldbekenntnisses („Erbarme dich, Herr, unser Gott, …“), während Form C eine Mischform mit dem Kyrie (Kyrie-Litanei) darstellt. Darüber hinaus bestehen noch andere Optionen (z. B. das Singen eines Bußlieds). Allen Formen gemeinsam ist das Ziel, die Feiernden zur Besinnung auf ihre persönliche Schuld und zur vertrauensvollen Hinwendung zur Barmherzigkeit Gottes zu führen.
Manuel Uder, Trier