Agnus Dei

Agnus Dei bezeichnet die Akklamation zur Brotbrechung, benannt nach den ersten beiden Worten der lateinischen Fassung "Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis (dona nobis pacem)", gebildet nach Joh 1, 29: "Am Tag darauf sah er (Johannes der Täufer) Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde derWelt hinwegnimmt."

Der Ruf wird so oft wiederholt, wie es während der Dauer der Brotbrechung erforderlich ist, in der Regel dreimal, wobei der letzte Ruf nach mittelalterlicher Tradition (wo man sich während des Agnus Dei den Friedensgruß gab) dann lautet: "Gib uns deinen Frieden!" (Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch 57e). Mit Agnus Dei hat schon die Urgemeinde Christus selbst bezeichnet und mit dem Lamm in Jes 53,7 identifiziert (vgl. Apg 8,32-35 und Offb 5,6ff.). Diese Akklamation ist auch Teil des Gloria.

Ein Jugendlicher unserer Gemeinde fand den Blumenschmuck sowie die Asymmetrie auf dem Altar - links Kerzen, rechts Blumen - unangemessen. Diese Gestaltung sei für die Wahrnehmung des Altars als Mittelpunkt der Eucharistiefeier eher hinderlich. Was ist bei Gestaltung und Schmuck des Altars zu beachten? F. K.

In den letzten Jahrzehnten hat sich ein Altarschmuck wie oben geschildert allgemein verbreitet. Nicht selten aber lenkt dieser von dem ab, was eigentlich hervorgehoben werden sollte: das Gedächtnis des Opfers Jesu Christi und die Feier des Mahles.

Kerzen und Blumen werden oft zur optischen Hauptsache, von der Gemeinde geradezu flächig wahrgenommen als „Wand“ über und vor dem Altartisch, hinter der Hostienschale und Kelch kaum gesehen werden können. Wenn wir den Altar wirklich als Mitte der Feier und Symbol für Jesus Christus verstehen, ist es sicher angemessener, auf ihm nur die liturgischen Gefäße abzustellen.

Hinzu kommt ein Kreuz, das entweder flach hingelegt wird oder auch in Altarnähe aufgestellt werden kann (AEM 269). Kerzen bzw. Leuchter geben dem ganzen Gottesdienst einen festlichen Charakter. Sie können „auf den oder um den Altar gestellt werden“ (AEM 270), heben ihn allerdings besser hervor, wenn sie neben ihm stehen.

Blumen sind zusätzlicher Schmuck und tragen zur Festlichkeit bei. Offizielle Regelungen bezüglich des Blumenschmucks auf dem Altar gibt es bisher keine. Allerdings ist das Nachfolgedokument der AEM, die bereits veröffentlichte, aber noch nicht in Kraft gesetzte „Grundordnung des Römischen Messbuchs“, an der betreffenden Stelle erweitert. Unter Nr. 305f. heißt es: „Beim Altarschmuck ist Maß zu halten. Während des Advents ist der Altar mit Blumen in jener Zurückhaltung zu schmücken, die dem Charakter dieser Zeit entspricht, so dass die volle Freude über die Geburt des Herrn nicht vorweggenommen wird. In der Österlichen Bußzeit ist es verboten, den Altar mit Blumen zu schmücken. Ausgenommen sind jedoch der Sonntag Laetare (4. Fastensonntag), Hochfeste und Feste. Der Blumenschmuck sei immer maßvoll; er soll eher um den Altar herum als auf ihm angeordnet werden.“ Denn der Blumenschmuck soll nicht nur schön aussehen, sondern die jeweilige Kirchenjahreszeit oder den jeweiligen Festinhalt unterstreichen. Deshalb kann es in der Advents- und in der Fastenzeit es ein sinnvolles Zeichen sein, auf Blumenschmuck zu verzichten.

Für Seitenaltäre, die durch das Zweite Vatikanische Konzil zwar außer Gebrauch gekommen, aber vielerorts noch anzutreffen sind, gilt dasselbe wie für den Hauptaltar, an dem allein die Messe gefeiert werden darf. Außerdem lässt sich GORM 303, die eigentlich den früheren Hochaltar betrifft, auf die Seitenaltäre übertragen: Zu üppiger Schmuck bedeutet eine optische Akzentverschiebung und somit eine Ablenkung vom Zentrum der Messfeier weg an eine für diese Feier funktionslose Nebensächlichkeit. Zudem können dort aufgestellte Holzelemente bei zu üppigem Blumenschmuck Schaden nehmen, wenn sie zu dicht an zu vielen Pflanzen stehen.

Eduard Nagel und Christoph Neuert