Warum pupsen wir?

Sie riechen nicht schön und sind den meisten Menschen peinlich: Pupse. Aber wenn sich im Hortraum schlechte Luft ausbreitet, lässt sich daran gut die menschliche Verdauung erklären.

Warum pupsen wir?
© Beate Autering, Berlin

Über das Pupsen spricht man ja nicht so gerne. Wenn einem knatternd so ein Pups entfährt, dann ist das nämlich vor allem peinlich. Noch schlimmer ist es, wenn es dabei auch noch ordentlich stinkt. Dabei ist Pupsen etwas total Normales. Alle Menschen tun es. Erwachsene genauso oft wie Kinder, Jungs genauso oft wie Mädchen. So, wie jeder von uns aufs Klo gehen, gähnen oder schlafen muss, müssen wir eben auch pupsen. Dafür gibt es zwei Gründe. Der eine ist, dass wir beim Essen Luft schlucken. Die wandert durch den ganzen Bauch bis in den Darm und kommt als Pups wieder raus. Je mehr wir beim Essen reden oder je hastiger wir das Essen hinunterschlingen, desto mehr Luft nehmen wir auf. Und die muss irgendwann wieder raus. Das geschieht per Flatulenz. So heißt das Pupsen nämlich in der Fachsprache.
Moment mal: Luft stinkt doch gar nicht, oder? Richtig. Dafür, dass ein Pups ganz schön unangenehm riechen kann, sorgen Bakterien. Aber der Reihe nach: Wenn wir etwas essen, wird es erst einmal im Mund zerkaut. Dann schlucken wir den Brei, der dabei entstanden ist, herunter. Über die Speiseröhre gelangt die Nahrung in den Magen. Hier wird sie weiter zerkleinert. Dann setzt sich die Reise im Dünndarm fort. Der ist mit drei bis sechs Metern (bei Erwachsenen) ziemlich lang. Während das Essen durch den Dünndarm wandert, verdauen wir es. Das bedeutet, der Körper sucht sich alle wichtigen Stoffe raus, die er gebrauchen kann. Vitamine zum Beispiel oder Spurenelemente wie Kupfer, Zink und Eisen. Der Nahrungsklumpen wird dabei immer kleiner.
Irgendwann landet der Rest, der noch nicht verdaut worden ist, im Dickdarm, dem letzten Abschnitt der Verdauungsreise. Hier leben Millionen von Bakterien. Die stürzen sich sofort auf den Nahrungsrest und zerlegen ihn in seine kleinsten Bestandteile. Dabei entstehen ganz verschiedene Gase. Welche genau, hängt davon ab, welche Nahrung die Bakterien gerade zerkleinern müssen. Manche Gase riechen ziemlich übel. Die heißen etwa Methan oder Schwefelwasserstoff. Diese Gase kann der Körper aber nicht alle aufnehmen. Also sammeln sie sich im Darm an, es werden mehr und mehr, und irgendwann wollen sie raus aus dem Körper: Wir pupsen.
In einem gesunden Darm wird jeden Tag ungefähr ein Liter Pups produziert. Das macht etwa zehn bis zwanzig Pupse täglich. Mehr pupsen wir vor allem dann, wenn wir Speisen essen, die schwer zu verdauen sind. Erbsen und Bohnen zum Beispiel. Oder wenn wir nicht gut genug kauen. Je größer der Nahrungsbrocken ist, der im Dickdarm ankommt, umso mehr Arbeit haben die Dickdarmbakterien und umso mehr Gase produzieren sie.
Würden die Luft, die wir schlucken, und die Gase, die im Darm entstehen, nicht entweichen können, hätten wir bald Schmerzen: Das Gemisch drückt nämlich auf Bauch und Brust. Im allerschlimmsten Fall kann man davon sogar Rückenschmerzen und Atembeschwerden bekommen. Besser wird es erst, wenn Luft und Gas wieder draußen sind. Pupsen ist also überhaupt nicht eklig. Pupsen ist gesund!  

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