Wilder Spielraum in der StadtNaturerfahrungsräume sind ideal für Schulen und Hort

Als Ersatz für verloren gegangene Brachflächen schaffen Kommunen sogenannte Naturerfahrungsräume – ideal für Schulen und Horte.

Früher streiften Kinder nach der Schule durch Felder oder am Waldrand entlang, bolzten im Hinterhof oder fuhren kilometerweit mit dem Fahrrad zum nächsten Baggersee. Heute geht es nach der Ganztagsschule zum Ballett oder ins Fußballtraining, gerne mit dem Elterntaxi. Den Rest der Zeit fressen das Handy, der Fernseher, der Computer. Experten sprechen von einer Verinselung und Verhäuslichung der Kindheit.
Nicht nur der durchgeplante Alltag und der Medienkonsum hindern Kinder daran, draußen zu spielen. Es fehlt auch schlichtweg an geeigneten Orten. Die Städte wachsen und verdichten sich, Brachen werden zugebaut, der sogenannte Streifraum – also der Radius, innerhalb dessen sich Kinder außerhalb ihrer Wohnung selbstständig bewegen – wird immer kleiner. Insbesondere im urbanen Raum fehlen oft Flächen, auf denen Kinder spielen, sich ausprobieren und die Natur entdecken können. Um diesen Missstand zu beseitigen, hat das Bundesamt für Naturschutz in den 1990er Jahren das Konzept der Naturerfahrungsräume entwickelt. Das sind öffentlich zugängliche Grünflächen in Kommunen und Städten, die sich als „wilde“ Spielräume vor allem für Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 14 Jahren eignen. Ein solcher Naturerfahrungsraum sollte ein bis zwei Hektar groß, unbebaut und ungestaltet sein – also kein angelegter Park und kein Abenteuerspielplatz mit Spielgeräten, sondern beispielsweise eine Brachfläche, ein Wäldchen, eine Moorwiese. Viele Kommunen und Städte haben inzwischen solche Naturerfahrungsräume eingerichtet. Auch Kitas und Schulen können sie nutzen. (us)

Eine Übersicht gibt es beim Arbeitskreis Städtische Naturerfahrungsräume. www.naturerfahrungsraum.de  

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