Mehr Wildnis auf dem Schulhof

Noch immer sind zu viele Schulhöfe Betonwüsten. Dabei geht es auch anders, sagt Experte Thomas Stadelmann.

Es gibt eine Bewegung von vielen Initiativen, Schulhöfe naturnaher und wilder zu gestalten. Da ist viel erreicht und auch konkret umgesetzt worden. In letzter Zeit ist das Engagement aber zurückgegangen. Oft fehlt das Geld. Aber man kann auch mit geringen Mitteln den Schulhof attraktiver machen. Wichtig ist es, sich bewusst zu machen, welche Funktion der Schulhof eigentlich hat: Er dient heute als Ersatz für den stetigen Verlust bespielbarer Erfahrungsräume. Diese Erkenntnis hat sich in den pädagogischen Einrichtungen noch nicht konsequent durchgesetzt. Solange der Schulhof lediglich als ein begrüntes Anhängsel des Gebäudes begriffen wird, haben wir wenig von den elementaren Entwicklungsbedürfnissen und den besonderen Lernstrategien der Schülerinnen und Schüler begriffen.
Früher ging es oft nur darum, dass die Kinder eine halbe Stunde draußen herumrennen und sich austoben sollten. Der Pausenhof in einer Ganztagsschule hat andere Aufgaben: Er ist nicht nur Spiel-, sondern auch Lernort. Es sollte Angebote geben, die zum Beobachten einladen, aber auch Orte, an denen die Schüler und Schülerinnen gefordert sind.
Idealerweise bietet ein naturnah gestalteter Pausenhof Möglichkeiten für den Biologie- oder Kunstunterricht, etwa mit einer Bepflanzung, die man bestimmen kann, oder mit Platz für Staffeleien. Er sollte Maßeinheiten zu Länge, Höhe, Breite haben, die sich auf Mauern oder an Wegen wiederfinden, eine Windrose, um Himmelsrichtungen zu bestimmen und Übungsflächen, um die Verkehrsprüfung vorzubereiten. Mit Kindern gemeinsam gestaltete Orte stiften Identifikation. An einigen Schulen funktioniert das schon recht gut, aber insgesamt sind wir da in den Kindertagesstätten schon viel weiter. (us)  

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