Die Technikfolgenabschätzung (technology assessment; TA) erarbeitet Orientierung zum technischen Fortschritt durch Zukunftsaussagen und ihre Bewertung. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz erschweren Zukunftsaussagen angesichts des maschinellen Lernens und neuer Mensch/Technik-Verhältnisse. Selbst der gängige Ansatz der TA, mit Szenarien zu arbeiten statt Vorhersagen zu machen, funktioniert häufig nicht mehr. Zu offen und unwägbar ist die Zukunft. In diesem Artikel stellt der Autor dar, wie die TA mit dieser Situation umgeht. In einer hermeneutischen Perspektive nutzt sie verbreitete Zukunftsaussagen zu Digitalisierung und KI, um über die Gegenwart zu lernen, insbesondere über die sich in den Projektionen der KI zeigenden neuen Mensch/Technik-Verhältnisse. Diese gilt es zu explizieren, um sie der transparenten Debatte zugänglich zu machen und die Ergebnisse für Technikgestaltung in diesem Feld zu nutzen.
Amosinternational, Heft 3/2022, 12