Was ist Pfingsten?

Ausgießen des Heiligen Geistes? War da nicht was mit einer Taube? Oder die Sache mit dem Ende der Sprachverwirrung? Pfingsten ist kein einfaches Fest.

Ausgießen des Heiligen Geistes? War da nicht was mit einer Taube? Oder die Sache mit dem Ende der Sprachverwirrung? Pfingsten ist kein einfaches Fest. Es gibt noch nicht einmal Geschenke, wie Bert Brecht schreibt: „Pfingsten /Sind die Geschenke am geringsten. /Während Geburtstag, Ostern und Weihnachten / Etwas einbrachten…“ Was geschah an Pentekostae, also 50 Tage nach Ostern? Die Jüngerinnen und Jünger Jesu waren niedergeschlagen, verunsichert und verängstigt. Jesus war tot. Ende. Aus. Alle Hoffnungen begraben. Da tat sich nichts außer ein paar Leuten, die behaupteten, Jesus als Auferstandenen gesehen zu haben. O, Mann, dachten einige, das sind Psychopathen, die nicht loslassen können. Und wenn Frauen erzählen, sie hätten einen Engel gesehen am leeren Grab – typisch Frau, das kennt man doch! Oder sollte in dieser spürbaren Unruhe mehr stecken? Pfingsten passiert etwas Besonderes. Plötzlich ist allen klar: Doch, er lebt! Jesus ist nicht ein für alle Mal gestorben und hat die Welt desorientiert zurückgelassen. Nein, Ostern hat gezeigt, dass Gott etwas vom Leiden weiß und den Tod kennt. Aber Gott existiert nicht in menschenfernen Welten, sondern wir können Gott erfahren mitten unter uns. Das Leben siegt. Er ist auferstanden! Und unter diesen Fischern und Huren und Zöllnern und Hausfrauen bricht es heraus: Gott ist da. Genau wie Christus es versprochen hat, begleitet uns Gott auf unserem Weg. Der Heilige Geist gibt uns Kraft zum Leben und Mut zum Sterben. Das haben die Jüngerinnen und Jünger erkannt, gemeinsam in all ihrer Unterschiedlichkeit. Das muss so aus ihnen herausgebrochen sein, dass jeder sie verstanden hat. Sie haben begeistert davon gesprochen, wie Gott ihr Leben trägt. Begeistert im wahrsten Sinne des Wortes. Solchen Geist können wir wissenschaftlich nicht fassen, er ist nicht herstellbar, nicht käuflich, nicht machbar. Da ist etwas am Werk, was wir nicht analytisch greifen können. Und weil das, was zu Gott gehört, heilig ist, sprechen wir vom Heiligen Geist. Gottes Geist ist daran erkennbar, dass er Menschen bewegt, von Gott, von der Erfahrung mit Jesus Christus zu sprechen. Als Trösterin, als Mutter, fürsorglich wird der Geist wahrgenommen. Oft wird der Geist als Taube dargestellt, das zeigt seine Freiheit, die Verbindung zwischen Himmel und Erde.

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