Mit allen Sinnen feiernDie Frauenliturgie der Pfarre Schwechat

Bereits seit zehn Jahren feiern wir in unserer Pfarre drei- bis viermal im Jahr eine besondere Frauenliturgie. Meistens gehen wir dabei von weiblichen Gestalten der Bibel aus, durch die wir unser Leben als Frau reflektieren. Wir durchleben diese Bibelstellen durch Nachahmen und Nachspielen, durch Berühren von thematisch passenden Gegenständen und durch Nachfühlen. Es ist so schön, dass wir hierbei eine große Gestaltungsfreiheit haben.

Was verbinde ich mit Frauenliturgie? Zunächst kann ich mich ganz als Frau einbringen, mich selbst erleben und mit allen Sinnen feiern. Wir Frauen sind dabei unter uns. Die Frauenliturgie ist eine Zeit, die ganz mir gehört, ein Ort, wo ich für meinen Alltag neue Kräfte sammeln kann. Sie bietet mir eine Sprache, die mir als Frau gut tut.

Die Liturgie wird von Frauen für Frauen vorbereitet. Die Planung für das kommende Arbeitsjahr erfolgt meist Ende Oktober (Liturgien sind im November, Februar, Mai und/oder Juni). Beim ersten Teamtreffen werden die Themen für das Jahr gemeinsam gesammelt und ausgesucht. Ausgerichtet sind sie z. B. an einer alt- bzw. neutestamentliche Frauengestalt (Maria Magdalena, Hanna usw.), einem Bibeltext (etwa Psalm 23 oder Joh 4) oder einem Beziehungsgeschehen (Tochter sein - Mutter sein). Bei der Ausarbeitung dieser Themen suchen wir immer einen persönlichen Zugang. An unserer Liturgie nehmen 10 bis 20 Frauen verschiedenen Alters aus der Pfarre und von außerhalb teil.

Ablauf einer Frauenliturgie:

  • 18.30 Uhr Vorbereitung des Feierraumes.
  • 19.00 Uhr Ankommen der Frauen im Vorraum des Gemeindezentrums: Wir warten aufeinander, plaudern und versuchen innerlich anzukommen.
  • 19.30 Uhr Beginn der Liturgie: gemeinsames Betreten des Feierraumes, Einnehmen der Plätze im Stuhlkreis (stärkt die Gemeinschaft und ermöglicht ein solidarisches Miteinander).
  • Begrüßung und Lied
  • Einführung ins Thema: Betrachten der Mitte (Gegenstände, die zum Thema passen: Kerze, Bild, Bibel, Symbole usw.), biblischer Zugang zu einer Schriftstelle, Erzählen von Erfahrungen aus dem Leben oder Meditation zum Stillwerden.
  • Übungen: meist persönliches Betrachten (Bild meditieren oder malen, Text meditieren oder schreiben, Musik hören, vorgegebene Fragen beantworten, sich einfach Zeit nehmen).
  • Austausch in Kleingruppen.
  • Gebet im Kreis: persönlich Erarbeitetes wird in die Mitte gelegt; wer will, kann etwas dazu sagen und/oder durch Dank, Lob oder Fürbitte Gott hinhalten; Auflockerung durch kurzes wiederholendes Lied; eine Schwimmkerze wird in eine Schale oder ein Symbol (Holzscheit, Blume, Stein, Scherbe usw.) in die Mitte gelegt
  • Tanz (bei jeder Liturgie dabei).
  • Segensgebet mit Sendung/Handauflegung oder Salbung.
  • 21.00 Uhr: Einladung zur Agape.

Im Anschluss an diese Frauenliturgie fühle ich mich bestärkt in meinem Frausein, darüber hinaus auch sehr kreativ, befreit, erleichtert, getröstet und in meiner Berufung bestärkt. Es ist schön, in einer solchen Feierstunde so wie Maria Magdalena in der Nähe Jesu zu sein - zwölf starke Frauen bewegen viel!

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