Wort-Gottes-Feier, Bücher für die

Anders als die „priesterlosen Wort- und Kommunionfeiern“ der 1970er-Jahre, gaben die Bücher für die Wort-Gottes-Feier (abgekürzt: WGF) der Feier des Wortes Gottes ein eigenes Profil und überwanden Negativbezeichnungen wie „priesterlos“ u. ä. Denn die WGF-Bücher sind Rollenbücher für den eigens zur Leitung der WGF beauftragten Laiendienst.

Das erste Buch für die Sonntage erschien 1997 für die deutschsprachige Schweiz, seine Neufassung im Jahr 2014 (2. Aufl. 2015). Das Pendant für Deutschland, Österreich und Luxemburg folgte 2004. Beide Bücher weisen eine große Ähnlichkeit auf, doch sind einige Elemente unterschiedlich stark gewichtet. 2012 erschien für das gesamte deutsche Sprachgebiet das Werkbuch „Versammelt in Seinem Namen“ für Tagzeitenliturgien, Wort-Gottes-Feiern und Andachten an Wochentagen (Neuauflage 2016).

Die WGF-Bücher enthalten eine Einführung in Theologie und Durchführung der Feier, die Texte, die von der Leitung gesprochen werden (Gebete, beispielhafte Einführungen und Einleitungen…), Liedvorschläge für die Antwort der Gemeinde sowie nach Feier oder Kirchenjahr-Zeit austauschbare Elemente und Texte. Die Schrifttexte werden aus Lektionar und Evangeliar vorgetragen. Als Ergänzungen zum Sonntags-Werkbuch sind erschienen: ein Faltblatt für die Gemeinde sowie die Hefte „Wort-Gottes-Feier am Sonntag - für den Notfall“ (2014) und „Wort-Gottes-Feier. Sonntäglicher Lobpreis“ (2017).

Christoph Neuert, Trier

Ich habe eine Nachfrage zu pgd 3/2016, S. 3: Dürfen Kommunionhelfer tatsächlich Wortgottesdienste mit Kommunionspendung leiten? Es gibt doch die eigenständige Beauftragung zum Wortgottesdienstleiter sowie eigene Werkbücher für die Wort-Gottes-Feiern. G.G.

Die Wortverkündigung ist wesentlich für jede gottesdienstliche Feier und soll nie wegfallen. Daher sind Sakramente und Sakramentalien, wie die Spendung der Krankenkommunion, Wortgottesdienste. Sofern Laien eine solche Feier leiten dürfen, werden sie entsprechend beauftragt. So können und sollen Kommunionhelfer, wenn sie die Krankenkommunion überbringen, immer auch das Wort Gottes verkünden. Die Feier der Krankenkommunion ist daher ein Wortgottesdienst mit Kommunionspendung, den die Kommunionhelfer aus ihrem Dienst heraus selbständig leiten dürfen.
Die Wort-Gottes-Feier als eigene Form unterscheidet sich vom eigentlichen Wortgottesdienst, der aus weniger Elementen besteht. Im Normalfall soll die Wort-Gottes-Feier zudem ohne Kommunionspendung stattfinden, wie die Werkbücher angeben. Die definitive Entscheidung darüber trifft aber der jeweilige (Erz-)Bischof für sein Gebiet. Deshalb kann die Beauftragung zur Leitung von Wort-Gottes-Feiern auch mit einer Beauftragung zur Kommunionspendung verbunden sein, muss es aber nicht.

Christoph Neuert, Trier

In unserem Liturgiekreis wurde vorgeschlagen, die sonst vorgesehenen Messintentionen auf die WGF zu verlegen, dies im Pfarrbrief anzuzeigen und die Namen der Verstorbenen oder Anliegen (z.B. um Beendigung des Krieges) in die Fürbitten aufzunehmen. Was spräche dagegen? W.B.

Messintentionen (z. B. für einen Verstorbenen) gehen in der Regel auf ein Messstipendium zurück, einer freiwilligen Geldgabedurch einen Spender. Messintentionen, die an ein solches Stipendium geknüpft sind, können darum nicht auf eine WGF umgelegt werden. Es spricht jedoch nichts dagegen, im Sonntagsgottesdienst jene Anliegen zu nennen, für die - mit Bezug auf den betreffenden Tag - ein Messstipendium gegeben wurde. Klar sein muss den Gebern der Stipendien ebenso wie der Gemeinde, dass das Stipendium weitergegeben wird, z. B. an eine Ordensgemeinschaft oder in die Mission, und dass dort dafür eine eigene Messe gefeiert („appliziert") wird. Die Einführung einer solchen Praxis ist eine gute Gelegenheit, den Gläubigen den Sinn des gemeinschaftlichen Gedenkens an ihre verstorbenen Glieder und des gemeinschaftlichen Gebets in besonders drängenden Anliegen ihrer Mitglieder zu erschließen. In Bezug auf die WGF bedeutet dies auch, dass die WGF als Gemeindegottesdienst ernst genommen wird, in dem sie sich ihrer Identität vergewissertund die gegenseitige Verantwortung ihrer Glieder wahrnimmt. Das dient auch einer spirituellen Vertiefung.

Eduard Nagel