Volksmessbuch

Seit dem Frühmittelalter entstanden volkssprachliche Teilübersetzungen des lateinischen Messbuchs, um den lateinunkundigen Laien eine Mitfeier der Messe zu ermöglichen. Die frühesten Vollübersetzungen in die deutsche Sprache stammen aus dem 14. Jahrhundert.

Das bekannteste Volksmessbuch ist das 1884 von dem Benediktiner Anselm Schott herausgegebene, lateinisch-deutsche „Messbuch der heiligen Kirche“, das bis zur Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil fast 70 Auflagen erfuhr. Diese Reform hat mit der Möglichkeit, die Messe vollständig in der Muttersprache zu feiern, die Volksmessbücher überflüssig gemacht. So hat auch „der Schott“ eine Wandlung erfahren.

Das (erneuerte) Schott-Messbuch bietet die liturgischen Texte für alle Tage des Jahres, verschiedene Fürbittenformulare und die Schriftlesungen. So können sich einerseits die Lektoren auf ihren Dienst vorbereiten, andererseits eignet es sich gut, um z. B. auf Reisen eine vollständige Messe zu feiern, ohne die Ausgaben der offiziellen Messbücher und Lektionare mitzunehmen. Auch im Internet ist der „Schott“ verfügbar (erzabtei-beuron.de/schott).

Weitere aktuelle Messbücher für engagierte Laien sind: Das von Eleonore Beck begründete Messbuch des Verlags Butzon & Bercker und das Laacher Messbuch, die beide jedes Jahr neu erscheinen, oder das monatlich erscheinende Stundenbuch „Magnificat“, das neben den Texten der Tagzeitenliturgie auch die Texte für die tägliche Messfeier enthält.

Christoph Neuert, Trier