Velum

Lateinische Bezeichnung für ein verhüllendes Tuch ohne nähere Festlegung der Funktion. Die heutige Liturgie kennt das Kelchvelum, das zur Verhüllung des für die Eucharistiefeier vorbereiteten Kelches an der Kredenz vorgeschrieben ist (Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch 80: "Ebenso sind vorzubereiten: … auf dem Kredenztisch Kelch…Der Kelch sei mit einem Tuch bedeckt, das immer weiß sein kann") und das Schultervelum, das zur ehrfürchtigen Verhüllung der Hände beim Anfassen von heiligen Gefäßen bzw. des Bischofs- oder Abtsstabs dient. Nicht mehr vorgeschrieben sind Ziboriums- und Tabernakelvelum.

Das Tuch zur Verhüllung der Kreuze am Gründonnerstagabend bis zur Kreuzverehrung am Karfreitag wird Passionsvelum genannt. Das frühere Fastenvelum, mit dem der Altar während der Fastenzeit verhüllt wurde, gibt es heute wieder in Form des Hungertuchs, allerdings nicht zum Verbergen von Triumphbildern, sondern als Medium, um bestimmte Anliegen den Gläubigen näherzubringen.

Bei der Aussetzung des Allerheiligsten Altarsakramentes erteilt am Schluss der Priester den Segen. Dabei trägt er den Rauchmantel und beim Segnen der Gläubigen darüber noch einmal ein Gewand, mit welchem er die Monstranz hält. Was ist das für ein Gewand?

Das „Gewand", das der Priester oder Diakon beim Segen mit der Monstranz oder mit dem Ziborium, aber auch bei einer eucharistischen Prozession über dem Rauchmantel (oder auch über dem Chorrock) trägt, ist das „Velum". Es hat auf der Innenseite oben zwei Taschen, so dass der Priester/Diakon die Monstranz oder das Ziborium selbst nicht unmittelbar berührt. Der Gebrauch des Velums geht auf den antiken Brauch zurück, heilige Gefäße nur mit verhüllten Händen anzufassen. Einfachere Velen benützen die Ministrant/innen, wenn sie den Stab oder die Mitra des Bischofs halten.

Neben dem Schultervelum gibt es auch das so genannte „Kelchvelum", mit dem bei der Eucharistiefeier der Kelch auf der Kredenz zugedeckt ist und unter dem er bei der Gabenbereitung zum Altar getragen wird. In der Regel wird ein Kelchvelum in der Tagesfarbe verwendet, es kann aber auch weiß sein.

Auch eine Art Velum ist das so genannte „Ziboriummäntelchen". Es umgibt das Ziborium, in dem die konsekrierten Hostien im Tabernakel aufbewahrt werden. So dient es ebenfalls der Ehrfurcht, indem es, z.B. bei der Aussetzung des Sakraments im Ziborium, das Gefäß selbst den Blicken entzieht.

Eduard Nagel