Trauung

Die Trauung ist die liturgische Feier der Eheschließung zwischen einem Mann und einer Frau. Nach katholischem Verständnis spenden sich die Brautleute das Sakrament der Ehe gegenseitig, indem sie ihren Ehewillen öffentlich erklären. Der Priester oder Diakon assistiert im Namen der Kirche, nimmt den Ehekonsens entgegen und spricht den Segen über die Brautleute. Die Ehe gilt als unauflöslicher Bund, in dem die Eheleute einander in Liebe und Treue verbunden sind und Gottes Liebe zu den Menschen sichtbar machen (vgl. Eph 5,21–33).

Der eigentliche Trauritus folgt auf die Homilie (Predigt). Zunächst werden die Brautleute nach ihrer Bereitschaft zu einer christlichen Ehe befragt. Anschließend erklären sie ihren Ehewillen durch das Vermählungswort oder das Ja-Wort, tauschen die zuvor gesegneten Ringe aus und schließen so den Ehebund. Es folgen die Bestätigung der Vermählung durch den Priester oder Diakon, die Fürbitten und der feierliche Trauungssegen. Die Trauung wird in der Regel innerhalb einer Eucharistiefeier gefeiert, kann aber aus pastoralen Gründen auch im Rahmen eines Wortgottesdienstes stattfinden.

Die liturgischen Texte und Abläufe sind im deutschen Traurituale Die Feier der Trauung (1992/2020) festgelegt. Dieses enthält auch Ordnungen für die Trauung konfessionsverschiedener Paare sowie für die Feier einer Ehe zwischen einem katholischen und einem ungetauften Partner. In allen Formen steht der gegenseitige Ehekonsens der Brautleute im Mittelpunkt, denn erst durch ihn kommt nach katholischem Verständnis das Sakrament der Ehe zustande.

Manuel Uder, Trier

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