Taufe

Erstes der Initiationssakramente, lat. initium (= Beginn), zusammen mit der Firmung und Eucharistie. Durch diese Sakramente wird eine Person in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Meistens werden Kinder in einem sehr frühen Lebensalter getauft (siehe Kindertaufe). Seit einiger Zeit bitten aber auch wieder mehr Erwachsene um das Sakrament der Taufe. Sie werden über einen längeren Zeitraum im Katechumenat auf die Eingliederung vorbereitet, die traditionell in der Osternacht stattfindet.

Durch die Taufe gelangt der Täufling zur Gemeinschaft mit dem auferstandenen Herrn. Das Übergießen mit bzw. Eintauchen in das Taufwasser ist Zeichen für das Sterben und die Auferstehung. Es erinnert zugleich an den Durchzug Israels durch das Rote Meer. Durch die Taufe wird der Täufling zu einem neuen Menschen, da er ein neues Leben mit Jesus Christus in der Kirche beginnt. Er wird darum als Neophyt (griech. = Neugeborener) bezeichnet. Als Symbol seiner Reinheit wird ihm ein weißes Gewand, die Albe, lat. albus (= weiß), angelegt.

Erwachsene Täuflinge empfangen direkt im Anschluss an die Taufe das Sakrament der Firmung und im gleichen Gottesdienst die Erstkommunion. Bei Kindern sind die übrigen Sakramente zeitlich von der Taufe getrennt und die Erstkommunion zwischen die Taufe und die Firmung geschoben worden. Der Ritus der Kindertaufe findet sich in einem eigenen Buch: Die Feier der Kindertaufe (2007). Die Taufe ist Teil der Liturgie der Osternacht.

In unserer Gemeinde war am 1. Fastensonntag Firmung, allerdings ohne brennende Osterkerze. Die Leute haben sich beschwert, denn eigentlich muss sie doch da sein wegen des engen Bezugs der Firmung zu Taufe. Anders war es bei einer Taufe am 2. Fastensonntag: Dort brannte die Osterkerze neben dem Taufbecken. Wann soll sie nun brennen, wann nicht? Sollten vielleicht in der Fastenzeit überhaupt keine Taufen oder Firmungen stattfinden? C.-E. H.

Die Osterkerze, die in der Osternacht als Symbol des Auferstandenen feierlich entzündet, in die Versammlung getragen und besungen wird, ist das zentrale Symbol des Auferstandenen in der Osterzeit. Außerhalb dieser 50 Tage sollte sie normalerweise nicht brennen, um ihre Aussagekraft nicht zu mindern. Doch gibt es auch Anlässe, zu denen es sinnvoll ist, die Osterkerze brennen zu lassen. Ein solcher ist die Tauffeier, weil durch sie der Mensch aufgenommen wird in die Heilsgemeinschaft, die in Jesu Auferstehung gründet. Entsprechendes gilt auch für die Firmung, da mit ihr der Weg der vollen Eingliederung in die Kirche fortgesetzt wird.

Ein allgemeines Verbot für Taufen und Firmungen innerhalb der Österlichen Bußzeit gibt es nicht. Um den Charakter dieser 40 Tage als Vorbereitungszeit auf Ostern bzw. auf die Osternacht, in der traditionell die Sakramente der Eingliederung in die Kirche (Taufe, Firmung, Erstkommunion) gespendet werden, ernst zu nehmen, sollte man jedoch diese Feiern nur in dringenden Ausnahmefällen zulassen.

Manuel Uder

Das Rituale für die Kindertaufe sieht eine Salbung mit Katechumenenöl vor, die jedoch entfallen kann. Worin soll der Sinn der Katechumenensalbung bestehen, wenn unmittelbar darauf die Taufe erfolgt? Unter „Katechumenen“ versteht man doch (erwachsene) Taufbewerber.

Theologisch gesehen ist die Taufe Erwachsener die Norm für das Verständnis der Taufe. Die Salbung mit Öl ist im Rahmen eines Erwachsenen-Katechumenats ein sprechendes Zeichen für die Stärkung durch die Kraft Christi im Kampf gegen das Böse. Der Bischof betet bei der Ölweihe: „Segne dieses Öl und gib den Taufbewerbern, die wir damit salben, Kraft, Entschlossenheit und Weisheit, damit sie das Evangelium Christi, deines Gesalbten, tiefer erfassen und die Mühen und Aufgaben eines christlichen Lebens hochherzig auf sich nehmen.“

Bei der Kindertaufe schließt sich die Salbung mit Katechumenenöl an das Exorzismus-Gebet (d.h. das Gebet um Befreiung vom Bösen) an. Bei der Salbung spricht der Zelebrant dann: „Durch diese Salbung stärke und schütze dich die Kraft Christi, des Erlösers (...).“ Die Kindertaufe wird gespendet aufgrund des Glaubens der Eltern, Paten etc. und letztlich der Kirche, und der Katechumenat beginnt also sozusagen erst nach der Taufe. Aber auf diesem Weg des Hineinwachsens in den Glauben sind die Kinder auf Unterstützung durch Glaubende und auf die Stärkung durch die Kraft Christi im Kampf gegen das Böse angewiesen. Deshalb ist es sinnvoll, diese Katechumenensalbung auch bei der Feier der Kindertaufe vorzunehmen.

Artur Waibel, Deutsches Liturgisches Institut, Trier

Was bedeutet eigentlich das Patenamt? Wer kann Taufpate/patin werden? Und welche Verpflichtungen sind damit verbunden?

In der katholischen Kirche gibt es das Patenamt bei den Sakramenten der Eingliederung: Taufe und Firmung. Schon in der frühen Kirche brauchte jeder erwachsene Taufbewerber einen Bürgen, der seine Bereitschaft zur Christwerdung und seinen Lebenswandel garantierte. Dieser bezeugte auch Taufe und Firmung, die ursprünglich eine Einheit bildeten. Bei der Kindertaufe wurde dieser Brauch übernommen. Mit der Loslösung der Firmung von der Taufe entwickelte sich ein eigenes Firmpatenamt, wobei empfohlen - nicht vorgeschrieben - wird, dass der/die Taufpate/patin auch diesen Dienst übernimmt. Bei der Taufe von Kindern geht es um die Unterstützung der Eltern bei der christlichen Erziehung. Der Pate / die Patin verspricht, dem Kind beim Hineinwachsen in den christlichen Glauben und in die Gemeinde zu helfen. Deshalb muss man, um in der katholischen Kirche ein Patenamt zu übernehmen, mindestens 16 Jahre alt, getauft und gefirmt sein und die Eucharistie bereits empfangen haben; man muss der katholischen Kirche angehören und ein Leben führen, das dem Glauben entspricht; man soll für das Patenamt geeignet und auch dazu bereit sein. Ein getaufter Nichtkatholik kann nur zusammen mit einem katholischen Paten Taufzeuge sein. Da die Taufe in die Kirche, aber auch in eine konkrete Gemeinde hinein geschieht, ist es sinnvoll, wenn Paten aus der jeweiligen Gemeinde kommen. Sie können so die Hilfe und Unterstützung direkt am Ort in der Gemeinde geben. Es wäre sehr zu wünschen, dass Gemeinden diesen wichtigen Dienst wieder neu entdecken.

Redaktion

Auf der Titelseite von praxis gottesdienst 9/03 ist eine Taufe dargestellt, bei der ein kleines Kind in das Taufbecken eingetaucht wird. Wie reagieren Säuglinge darauf? S.K.

Aus eigenen Erfahrungen und aufgrund von Berichten kann ich sagen: Beim Untertauchen in warmem Wasser schließen Säuglinge automatisch den Mund und schnappen, wenn sie wieder hochkommen, nach Luft, ohne Schaden zu nehmen. (Hebammen könnten dazu sicher genauer Auskunft geben.) Getauft werden kann aber statt durch Untertauchen auch durch Eintauchen - das ist die ursprüngliche altchristliche Art, zu taufen: Das Kind wird vom Priester bzw. Diakon oder von einer anderen Person, z.B. der Mutter, ins Wasser eingetaucht, so dass sein Kopf nicht unter Wasser ist. Dann übergießt der Taufende mit der freien Hand - entweder mit der hohlen Hand oder mit Hilfe einer Kanne - den Kopf des Täuflings dreimal mit Wasser und spricht dazu die Taufformel. Das Taufwasser muss natürlich Körpertemperatur haben. Man kann z.B. direkt vor dem Taufritus warmes Wasser aus einer Glaskanne nachgießen - das ist nicht nur sinnvoll, sondern auch ein sinnenfälliges, sicht- und hörbares Zeichen. Ich habe nie von ernsten Problemen mit dieser Taufpraxis gehört, immer aber wurde bestätigt, dass eine Taufe durch Eintauchen (oder Untertauchen) - einschließlich einer Salbung, bei der duftendes Öl über den Kopf des Täuflings gegossen wird, und anschließender Einkleidung mit dem weißen Gewand - für alle, die es erleben, höchst eindrucksvoll ist.

Eduard Nagel

Das Gotteslob spricht im Kapitel über die Kindertaufe vom Überreichen des weißen Kleides an die Neugetauften. Wird das Taufkleid in der Feier nur aufgelegt oder richtig angezogen? E. M. B.

In der Tauffeier folgen auf den Kernritus der Taufe durch Eintauchen in oder Übergießen mit Wasser mehrere ausdeutende Riten. Das Überreichen des weißen Kleides ist einer davon. Er wird seit dem 4. Jahrhundert praktiziert. Das weiße Taufkleid ist ein Zeichen für das ganz Neue, das durch die Taufe am Menschen geschehen ist: Zeichen dafür, dass der/die Getaufte neu geschaffen ist, neu geboren durch den Heiligen Geist, und dass er/sie Christus wie ein Kleid angezogen hat. Ursprünglich wurde in der Osternacht getauft, das weiße Kleid dann in der ganzen Osterwoche getragen und am zweiten Ostersonntag, dem „Weißen Sonntag", wieder abgelegt. Heute ist die Säuglingstaufe üblich, wobei häufig mehrere Kinder in einer Feier getauft werden. So hat es sich vielerorts eingebürgert, den Neugetauften nacheinander ein weißes Kleid nur kurz aufzulegen. Von dieser verkümmerten Zeichenhandlung kann jedoch nur dringend abgeraten werden! Die volle Zeichenhaftigkeit entfaltet diese liturgische Handlung nur, wenn das Taufkleid wirklich angezogen wird. Dazu hat jeder Täufling ein eigenes, das nicht schon vor der Tauffeier getragen wird, sondern in der Feier vom Vorsteher überreicht und dann - z.B. unter Mithilfe der Taufpaten - angezogen wird. Jugendliche und erwachsene Täuflinge können (möglicherweise in der Sakristei) eine Albe anziehen oder auch einen weißen Taufschal über ihre Kleidung anlegen.

Redaktion