Sonntag

Im romanischen Sprachgebiet als Herrentag bezeichnet (z.B. spanisch "domingo" von lat. dies dominus = Tag des Herrn), ist der Sonntag christlichem Verständnis zufolge der erste Tag der Woche.

Nach biblischer Überlieferung ist er der Tag der Auferstehung Christi (vgl. Joh 20, 1). Daher kommt am Sonntag die christliche Gemeinde zur Eucharistiefeier zusammen, in der sie des Osterereignisses gedenkt. Darum wird dieser Tag auch als wöchentliches Osterfest bezeichnet, deshalb sind die Sonntage der Fastenzeit vom Fasten ausgenommen. Der Sonntagsgottesdienst ist dementsprechend die wichtigste Versammlung einer Pfarrei. Auch wenn de facto nur noch ein kleiner Prozentsatz der Katholiken sonntags regelmäßig den Gottesdienst besucht, gilt nach wie vor die so genannte Sonntagspflicht (zur Teilnahme an der hl. Messe, siehe Katechismus 2181).

Als Ruhetag ist der Sonntag im Christentum an die Stelle des jüdischen Sabbats getreten. Dieser ist im Schöpfungsbericht grundgelegt: "Am siebten Tag ruhte Gott, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte" (Gen 2, 2). Die Sonntagsruhe ist ein Geschenk an den Menschen, um sich zu erholen. "Die Einsetzung des Tages des Herrn trägt dazu bei, dass alle über genügend Zeit der Ruhe und der Muße verfügen, um ihr familiäres, kulturelles, gesellschaftliches und religiöses Leben zu pflegen" (Katechismus 2184).

Die Eucharistiefeier am Sonntag zeichnet sich gegenüber den so genannten Werktagsmessen durch einen größeren Reichtum an Elementen aus: das Gloria (außer in der Fastenzeit), drei biblische Lesungen einschließlich Evangelium, die Homilie (sonntags verpflichtend), das Glaubensbekenntnis. Durch den Sonntag wird das Gedenken der Heiligen, außer an Hochfesten, verdrängt.