Ruf vor dem Evangelium

Der „Ruf vor dem Evangelium“ ist der Gesang oder Zuruf unmittelbar vor der Verkündigung des Evangeliums in der Messfeier. Er gehört zum Wortgottesdienst und bereitet die Gemeinde auf das Hören des Evangeliums als Höhepunkt der Schriftlesungen vor. Durch diesen Ruf wird die besondere Bedeutung des Evangeliums hervorgehoben, in dem Christus selbst seiner Kirche im Wort begegnet.

Außerhalb der Fastenzeit besteht der Ruf vor dem Evangelium in der Regel aus dem Halleluja mit einem dazugehörigen Vers. Dieser Vers entstammt häufig den Psalmen, dem Neuen Testament oder greift das Thema des Tages beziehungsweise des Festes auf. An Hochfesten kann er auch eine zentrale Glaubensaussage aufnehmen. Das Halleluja ist ein Jubelruf hebräischen Ursprungs und bedeutet sinngemäß „Lobt den Herrn“. In der Fastenzeit entfällt das Halleluja als Zeichen des zurückgenommenen Charakters dieser Bußzeit; an seine Stelle tritt ein anderer Christus-Ruf oder ein entsprechender Vers, traditionell auch Tractus genannt.

Liturgisch begleitet der Ruf vor dem Evangelium häufig den Einzug des Diakons oder Priesters zum Ambo sowie die Inzens des Evangeliars. Er wird nach Möglichkeit gesungen, da sein Charakter wesentlich akklamatorisch ist. Die Gemeinde erhebt sich dazu als Zeichen der Ehrfurcht und Bereitschaft zum Hören. So ist der Ruf vor dem Evangelium nicht bloß ein Zwischengesang, sondern Ausdruck freudiger Erwartung auf das Wort Christi inmitten der versammelten Gemeinde.

Manuel Uder, Trier

Gottesdienst-Hefte

Die Zeitschrift Gottesdienst im Abo

Unsere Zeitschrift bietet Ihnen Beiträge zu Grundfragen und neuen Entwicklungen im Bereich gottesdienstlicher Feiern, einen Praxisteil mit erprobten Textvorlagen und konkreten Modellen für den katholischen Gottesdienst sowie Hinweise auf aktuelle Vorgänge, Ereignisse und Tagungen. 

Zum Kennenlernen: 3 Heft gratis

Jetzt gratis testen