Quadragesima

„Quadragesima" (das Wort ist lateinisch und bedeutet „Vierzigste" - Vierzig-Tage-Zeit) ist der älteste Name für die „Fastenzeit" oder „Österliche Bußzeit". Die Zahl 40 erinnert an die 40 Jahre Wüstenwanderung des Volkes Israel, an die 40 Tage, die Mose vor dem Bundesschluss auf dem Berg Sinai verbrachte, an die 40 Tage Wüstenwanderung des Propheten Elija und an das 40-tägige Fasten Jesu vor seinem öffentlichen Wirken.

Von Aschermittwoch bis Ostern kommen 40 Tage zustande, weil Karfreitag und Karsamstag, die zwar auch schon zu den Drei Österlichen Tagen gehören, mitgezählt werden, nicht aber die Sonntage (an ihnen wurde nicht gefastet).

Inhaltlich ist die Vierzig-Tage-Zeit ursprünglich von der Taufvorbereitung der Katechumenen und der Vorbereitung der Büßer auf die Wiederversöhnung bestimmt. Mit beiden Gruppen zeigten sich die Gemeinden durch Fasten, vermehrtes Gebet und Almosen solidarisch. Diesen ursprünglichen Zusammenhang erfahren heute Gemeinden, wenn sich erwachsene Taufbewerber auf die Taufe in der Osternacht vorbereiten, aber auch wenn caritativ tätige Werke („Misereor", „Bruder in Not" „Fastenopfer") gerade in dieser Zeit Spenden sammeln.

Liturgische Zeichen der „Vierzig Tage" sind der Verzicht auf Gloria und Halleluja, die violette Farbe und ein Verzicht auf Festlichkeit, etwa in der musikalischen Gestaltung und im Blumenschmuck.

Der „Quadragesima" mit ihren 40 Tagen vor Ostern entspricht die „Pentekoste" nach Ostern. Dieses Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet den 50. Tag; von ihm ist das Wort „Pfingsten" abgeleitet.

Redaktion