Purifikation

Lateinische Bezeichnung für Reinigung von Patene (Hostienschale) und Kelch, normalerweise nach der Austeilung der Kommunion, aber auch erst nach Beendigung der Messe erlaubt und dann sinnvoll, wenn es sich um eine größere Zahl von Gefäßen handelt. Das dazu verwendete Tuch wird Purifikatorium genannt.

Oft sieht man, dass nach der Kommunion Kelch und Brotschale auf dem Altar gereinigt werden - im Angesicht der Gemeinde, die in diesem Moment doch zum dankbaren Gebet eingeladen ist. Ich empfinde diese „mangelnde eucharistische Tischkultur" als störend. (Zu Hause spülen wir ja auch nicht am Esstisch). Lässt sich dies nicht auch anders machen? G. H.

Es geht in der Tat auch anders. Das Messbuch sieht als Ort der Reinigung der Gefäße die Kredenz vor: einen seitlich gelegenen Ablagetisch. An zweiter Stelle nennt das Messbuch den Rand des Altars. Der deutliche Ortswechsel zwischen dem eucharistischen Geschehen und der so genannten Purifikation soll zeigen, dass diese Handlungen nicht gleichrangig sind: Während die Bereitung der Gaben, das Hochgebet und das Brechen des Brotes am Altar liturgische Zeichenhandlungen sind, hat die Purifikation keine symbolische Bedeutung; sie bezeichnet nichts anderes, sondern ist schlicht die nach dem Mahl notwendige Reinigung der Gefäße. Deshalb soll sie nicht mitten auf dem Altar, sondern an seinem Rand oder an der Kredenz erfolgen. Kommunionhelfer/innen oder Ministrant/innen können die Gefäße nach der Kommunion dorthin bringen, wo sie vom Priester oder Diakon purifiziert werden. Bei einer größeren Anzahl von Gefäßen empfiehlt das Messbuch sogar die Purifikation erst nach der Messfeier. In diesem Fall soll für die Gemeinde aber sichtbar bleiben, dass sie nicht einfach weggestellt werden. Sie werden unmittelbar im Anschluss an die Messe an der Kredenz purifiziert.

Redaktion