Primiz

Die Primiz (lateinisch primitiae = „Erstlingsfrüchte“, „erster Ertrag“) ist die erste heilige Messe, die ein neugeweihter Priester als Hauptzelebrant feiert. Diese Messe markiert den Beginn des priesterlichen Dienstes.

Man unterscheidet zwischen der Seminar- oder Ordens- und der Heimatprimiz. Während die Seminar- oder Ordensprimiz im Priesterseminar oder dem Ort, in welchem der Neupriester tätig ist, gefeiert wird, wird die Heimatprimiz in der Heimatgemeinde des Priesters gefeiert. Die Primiz ist vielerorts von großer Festlichkeit in Form eines Volksfestes geprägt. Zu diesen Festlichkeiten gehört z. B. die Prozession, bei welcher der Primiziant von der Gemeinde von seinem Elternhaus abgeholt und bis zur Kirche begleitet wird. Die Ehre, die Homilie zu halten, kommt einem anderen Priester (etwa dem Ortspfarrer) zu.

Als Höhepunkt der Feierlichkeiten wird von vielen Mitfeiernden der Primizsegen („Erstlingssegen“) im Anschluss an die Messe empfunden. Gespendet wird der Segen in zweifacher Form: als allgemeiner und als persönlicher Segen. Der an jeden einzeln gerichtete Primizsegen kann lauten: „Durch die Ausbreitung meiner Hände und durch die Anrufung der seligen Jungfrau Maria, des heiligen N. und aller heiligen segne und behüte dich der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen“ (vgl. Benediktionale, Nr. 22). Sachlich unterscheidet sich der Primizsegen nicht vom sonstigen Priestersegen.

Die Nachprimiz ist eine erneute Primizfeier, die jedoch nicht im Seminar oder der Heimatgemeinde, sondern an früheren Wirkstätten oder der neu zugewiesenen Wirkstätte gefeiert werden.

Pia Pauli, Münster

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