Ostern

Ostern ist das Hochfest der Auferstehung Jesu Christi und bildet den Höhepunkt des Kirchenjahres. Es feiert die Überwindung von Tod und Grab durch die Auferstehung Jesu am dritten Tag nach seiner Kreuzigung. Die Feier der Osternacht und der Ostertag bilden dabei eine innere Einheit: Die Osternacht verkündet in der Feier der Licht-, Wort- und Eucharistiefeier die Auferstehung, der Ostertag selbst bestätigt und vertieft dieses Heilsgeschehen im Licht des Tages. Beide Feiern sind keine Alternativen, sondern entfalten gemeinsam das eine große Ostergeheimnis.

Der Begriff „Ostern“ hat eine viel diskutierte sprachgeschichtliche Herkunft. Im Deutschen und einigen germanischen Sprachen geht er vermutlich auf eine althochdeutsche Bezeichnung ōstarā zurück, die mit der Himmelsrichtung Osten und damit dem Sonnenaufgang verbunden ist. Der Osten gilt symbolisch als Ort des aufgehenden Lichts und wurde in der christlichen Tradition früh mit Christus, dem „aufgehenden Licht aus der Höhe“ (vgl. Lk 1,78), in Verbindung gebracht. Eine ältere Deutung verband den Namen mit einer vorchristlichen Frühlingsgöttin names Eostre; diese Hypothese gilt jedoch heute quellenmäßig als unsicher und ist in der Forschung umstritten.

Die Osterliturgie besitzt eine ganze Reihe an Texten, Gesängen und Symbolen, die ihr eigen sind. Dazu gehört etwa die Ostersequenz Victimae paschali laudes („Singt das Lob dem Osterlamme“), die vor dem Halleluja gesungen wird (vgl. GL 320). Auch die biblischen Lesungen sind charakteristisch: Sie führen durch die Heilsgeschichte von der Schöpfung über den Exodus bis zur Auferstehung Christi. Besonders hervorgehoben ist das Evangelium vom Ostermontag, die Begegnung der Emmausjünger mit dem Auferstandenen (Lk 24,13–35), das in vielen Regionen auch als Feiertag begangen wird.

Ostern ist nicht auf einen einzelnen Tag begrenzt, sondern wird als eine große Festzeit gefeiert. Die Osteroktav umfasst die acht Tage vom Ostersonntag bis zum zweiten Sonntag der Osterzeit („Weißer Sonntag"); jeder dieser Tage besitzt den Rang eines Hochfestes. In dieser Zeit wird im Stundengebet täglich dieselbe österliche Grundgestalt verwendet, um die Einheit des Festes zu betonen. So entfaltet sich Ostern nicht nur als einzelner Höhepunkt, sondern als anhaltende Gegenwart des auferstandenen Christus.

Manuel Uder, Trier

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