Messformen

Die Form einer Messfeier ist je nach Anlass und Bedeutung unterschiedlich feierlich. Die Grundform ist die Messfeier mit der Gemeinde.

In der Messe des Bischofs mit Priestern der Diözese als Konzelebranten wird der Gottesdienst als Versammlung, die die Kirche als Ganze betrifft, am deutlichsten sichtbar.

Für das Leben der einzelnen Pfarreien ist der sonntägliche Gemeindegottesdienst prägend. In ihnen wirken neben dem leitenden Priester meistens ein Diakon (wenn in der Pfarrei tätig), Ministranten und Kirchenmusiker (Organist, Kantor) sowie Lektoren mit. Werktagsgottesdienste vermögen über die Sonntagsmesse hinaus die Bindung des Einzelnen an die Gemeinschaft der Kirche und an das Sakrament der Eucharistie zu stärken.

Für Hausgemeinschaften von Orden bildet die tägliche Eucharistiefeier - wo möglich in Konzelebration - Quelle und Höhepunkt des geistlichen Lebens. Für kleine Gemeinschaften kann die Form der Messfeier gemäß den "Richtlinien für Messfeiern kleiner Gemeinschaften (Gruppenmessen)" angepasst werden. Diese gelten auch für Hausmessen beispielsweise im Zusammenhang mit einer Krankensalbung oder beim Versehgang.

Unter besonderen Umständen kann der Priester die Eucharistie auch ohne Teilnahme einer Gemeinde feiern.

Der Ablauf der Messfeier ist dargestellt in der "Allgemeinen Einführung in das Messbuch (AEM)" und der "Feier der Gemeindemesse".

Oft sieht man, dass nach der Kommunion Kelch und Brotschale auf dem Altar gereinigt werden - im Angesicht der Gemeinde, die in diesem Moment doch zum dankbaren Gebet eingeladen ist. Ich empfinde diese „mangelnde eucharistische Tischkultur" als störend. (Zu Hause spülen wir ja auch nicht am Esstisch). Lässt sich dies nicht auch anders machen? G. H.

Es geht in der Tat auch anders. Das Messbuch sieht als Ort der Reinigung der Gefäße die Kredenz vor: einen seitlich gelegenen Ablagetisch. An zweiter Stelle nennt das Messbuch den Rand des Altars. Der deutliche Ortswechsel zwischen dem eucharistischen Geschehen und der so genannten Purifikation soll zeigen, dass diese Handlungen nicht gleichrangig sind: Während die Bereitung der Gaben, das Hochgebet und das Brechen des Brotes am Altar liturgische Zeichenhandlungen sind, hat die Purifikation keine symbolische Bedeutung; sie bezeichnet nichts anderes, sondern ist schlicht die nach dem Mahl notwendige Reinigung der Gefäße. Deshalb soll sie nicht mitten auf dem Altar, sondern an seinem Rand oder an der Kredenz erfolgen. Kommunionhelfer/innen oder Ministrant/innen können die Gefäße nach der Kommunion dorthin bringen, wo sie vom Priester oder Diakon purifiziert werden. Bei einer größeren Anzahl von Gefäßen empfiehlt das Messbuch sogar die Purifikation erst nach der Messfeier. In diesem Fall soll für die Gemeinde aber sichtbar bleiben, dass sie nicht einfach weggestellt werden. Sie werden unmittelbar im Anschluss an die Messe an der Kredenz purifiziert.

Redaktion