Magnificat

Lobgesang Mariens während ihres Besuchs bei Elisabet (Lk 1, 68-79). Bildet als Canticum den Höhepunkt der Vesper (Allgemeine Einführung in das Stundengebet [=AES] 50). Nach AES 138 wird dem Magnificat dieselbe Feierlichkeit und Ehre erwiesen wie dem Evangelium, zumindest indem sich jeder zu Beginn des Canticums mit dem "großen" Kreuzzeichen bezeichnet (AES 266), an Festen wird es darüber hinaus mit Inzens verbunden.

Die Bezeichnung Magnificat stammt vom ersten Wort der lateinischen Fassung: "Magnificat anima mea Dominum …". Deutsche Fassung:

Meine Seele preist die Größe des Herrn, *
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. *
Sieh, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *
über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *
er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron *
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *
und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, *
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit *
und in Ewigkeit. Amen.