Kommunionhelfer/in

In der alten Kirche war es üblich, die Kommunion den einfachen Gläubigen mitzugeben, um auch an Tagen ohne Eucharistiefeier zu kommunizieren oder das Sakrament den Kranken oder Gefangenen zu spenden. Als Priester und Diakone alleinige Spender der Kommunion geworden waren, durften im Notfall immer auch Laien die Kommunion an Kranke oder Gefangene spenden.

Nach dem II. Vatikanischen Konzil gestattete die Sakramentenkongregation einzelnen Bischofskonferenzen, im Jahr 1969 allen Bischöfen, bei Priestermangel und großer Zahl von Kommunikanten entsprechende Vollmachten bei ihr zu beantragen. Im selben Jahr wurden erstmals auch Frauen zu diesem Dienst zugelassen. Voraussetzung bleibt bis heute, dass bei großer Zahl der Kommunikanten nicht genügend geweihte Spender (dazu zählen auch jene, die nicht konzelebrieren) anwesend sind.
Die Beauftragten sollen für diesen Dienst geeignet sein und der Gemeinde mitgeteilt werden. 1973 erschien das Dekret Immensae caritatis „über die Erleichterung des Kommunionempfangs bei bestimmten Anlässen“, deutsch „Die Beauftragung von Lektoren, Akolythen und Kommunionhelfern (...)“ (1974), das den Kommunionhelferdienst regelt und einen Ritus für die Beauftragung enthält. Zudem dürfen Kommunionhelfer Wortgottesdienste mit Kommunionspendung leiten und bei der Aussetzung des Allerheiligsten assistieren.

Christoph Neuert, Trier

Irgendwo habe ich von einer Gemeinde gelesen, dass die Kommunionhelfer bei der Händewaschung des Priesters auch die Hände waschen. So können die Mitfeiernden sehen, dass diese bei ihrem Dienst saubere Hände haben. Wäre das nicht eine gute Anregung für andere Gemeinden?

Dass die Frauen und Männer, die ihren Schwestern und Brüdern die Kommunion reichen, saubere Hände haben müssen, ist selbstverständlich. Darum ist es gut, wenn sie vor Beginn der Eucharistiefeier in der Sakristei mit Seife die Hände waschen. Innerhalb der Liturgie einen entsprechenden Ritus einzuführen, ist dazu nicht notwendig und würde diesem Akt ein unangemessenes Gewicht geben. Die Händewaschung des Priesters hat dagegen neben der praktischen Bedeutung einen geistlichen Sinn. Sie geht zwar darauf zurück, dass der Priester neben Brot und Wein auch andere Gaben für die Armen entgegen genommen hat, so dass eine Waschung angebracht war. Man sah darin aber auch einen Ausdruck der notwendigen inneren Reinigung vor dem Eintritt in das heilige Geschehen. Bis zur Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils hat der Priester an dieser Stelle einen längeren Abschnitt aus dem Psalm 50 gesprochen, in dem es u. a. hieß: „In Unschuld will ich meine Hände waschen und den Altar umschreiten, Herr. … Gott, lass mich nicht zugrunde gehen mit den Sündern …“. Heute betet er daraus der Satz: „Herr, wasche ab meine Schuld, von meinen Sünden mach mich rein.“

Eduard Nagel

Ich habe eine Nachfrage zu pgd 3/2016, S. 3: Dürfen Kommunionhelfer tatsächlich Wortgottesdienste mit Kommunionspendung leiten? Es gibt doch die eigenständige Beauftragung zum Wortgottesdienstleiter sowie eigene Werkbücher für die Wort-Gottes-Feiern. G.G.

Die Wortverkündigung ist wesentlich für jede gottesdienstliche Feier und soll nie wegfallen. Daher sind Sakramente und Sakramentalien, wie die Spendung der Krankenkommunion, Wortgottesdienste. Sofern Laien eine solche Feier leiten dürfen, werden sie entsprechend beauftragt. So können und sollen Kommunionhelfer, wenn sie die Krankenkommunion überbringen, immer auch das Wort Gottes verkünden. Die Feier der Krankenkommunion ist daher ein Wortgottesdienst mit Kommunionspendung, den die Kommunionhelfer aus ihrem Dienst heraus selbständig leiten dürfen.
Die Wort-Gottes-Feier als eigene Form unterscheidet sich vom eigentlichen Wortgottesdienst, der aus weniger Elementen besteht. Im Normalfall soll die Wort-Gottes-Feier zudem ohne Kommunionspendung stattfinden, wie die Werkbücher angeben. Die definitive Entscheidung darüber trifft aber der jeweilige (Erz-)Bischof für sein Gebiet. Deshalb kann die Beauftragung zur Leitung von Wort-Gottes-Feiern auch mit einer Beauftragung zur Kommunionspendung verbunden sein, muss es aber nicht.

Christoph Neuert, Trier

Wer ist für die Beauftragung von Kommunionhelfern zuständig, welche den Kranken die Kommunion bringen? S.F.

Nach der „Instruktion über die Erleichterung des Kommunionempfangs bei bestimmten Anlässen“ (Immensae caritatis) der Kongregation für die Sakramente vom 29.1.1973 sind für die Beauftragung von Kommunionhelfer/innen („außerordentlichen Spendern der Heiligen Kommunion“) auf Dauer die Ortsordinarien zuständig, d. h. also in der Regel die Ortsbischöfe. Sie können ihre Vollmacht jedoch auch „ihren Weihbischöfen, Bischofsvikaren und bischöflichen Delegaten übertragen“. Im Ritus der Beauftragung von Kommunionhelfern ist vom „Ortsbischof oder einem Bevollmächtigten“ die Rede (vgl. Die Beauftragung von Lektoren, Akolythen und Kommunionhelfern, hg. im Auftrag der Bischofskonferenzen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz und der Bischöfe von Bozen-Brixen und Luxemburg, Freiburg i. Br. u. a. 1974).

In den deutschen Diözesen wird die Beauftragung in der Regel innerhalb des Schlussgottesdienstes eines Einführungskurses in diesen Dienst erteilt, kann aber auch außerhalb einer Messfeier erteilt werden. Die Beauftragung soll der Gemeinde vom Pfarrer bekannt gemacht werden. In Ausnahme- und unvorhergesehenen Fällen kann die Bevollmächtigung jedoch auch, wenn der Ortsordinarius dies erlaubt, vom Priester, welcher der Eucharistiefeier vorsteht, im Einzelfall gewährt werden.

Eduard Nagel

Manche empfangen lieber vom Pfarrer die Kommunion. Ist die Spendung durch Kommunionhelfer zweitrangig?   K. L.

Hier muss man zwei Standpunkte unterscheiden: Vom theologisch-liturgischen Standpunkt aus ist Christus nicht zerteilt (vgl. 1 Kor 1,13). Das heißt, wir empfangen in der Kommunion ein und denselben Leib Christi. Selbst wenn eine Hostie gebrochen wurde, enthält sie ganz den einen ungeteilten Christus. Daher gibt es also keinen Unterschied zwischen der durch Geistliche oder durch Laien, durch diese oder jene Person gespendeten Kommunion. Zwar gelten Laien als außerordentliche Kommunionspender für einige bestimmte Sonderfälle. Da diese in vielen Gemeinden der Normalfall sind, sind Kommunionhelfer umso wichtiger für die Spendung der Eucharistie.
Von unserem menschlichen Standpunkt aus treten dann die Gründe hinzu, weshalb man die Eucharistie von einer bestimmten Person empfangen oder nicht empfangen möchte. Diese Gründe dürften sehr persönlich sein, sodass sie nicht pauschal aufgezählt werden können, geschweige denn bewertet werden sollten. Auf jeden Fall aber sollten diese Entscheidungen respektiert werden.
Denn, um es noch einmal zu betonen: Letztlich kommt es nicht auf die konkrete Person an, die die Kommunion spendet, sondern auf den, den die Gläubigen in diesem Sakrament empfangen: Christus, den Herrn.

Christoph Neuert, Trier

Im Jahr der Eucharistie wollen wir in den Sonntagsmessen unserer Gemeinde regelmäßig nach der Kommunion einen Meditationstext vortragen. Welche Texte sind dafür geeignet? L. V.

Die Kommunion ist der Ort der persönlichen Begegnung zwischen dem einzelnen Gläubigen und dem Herrn, der sich ihm zur Speise gegeben hat. Von daher ist zunächst Stille angebracht. Ein zurückhaltendes Orgel- oder Instrumentalspiel kann den Raum dafür schaffen. Nach der Stille kann es sinnvoll sein, einen Meditationstext vorzutragen, um das persönliche Gebet zu vertiefen. Der Text kann formal ein Gebet in direkter Anrede an Christus sein, oder er kann in der dritten Person von Christus sprechen. Mögliche Inhalte:

  • Anbetung des mir jetzt begegnenden Herrn,
  • persönliche Befindlichkeiten im Angesicht Christi, Herzensanliegen,
  • Vertrauen in Christi Liebe,
  • Dank für die Begegnung mit Christus.

Alle Mitfeiernden müssen jedes Wort mit vollziehen können. Dem entsprechen allgemeine Formulierungen, die die Einzelnen mit ihren persönlichen Empfindungen und Anliegen füllen können, z. B.: „Herr Jesus Christus, du bist bei mir." - „Ich danke dir für deine Nähe." - „Danke für das, was mir geschenkt ist." - „Danke für die Menschen an meiner Seite." - „Sieh auf mein Leben." - … Ganz wichtig sind Pausen, die es den Hörenden erlauben, ihre eigenen Gedanken zu dem betreffenden Stichwort zuzulassen und dabei zu verweilen.

Redaktion