Knien

Haltung der Demut und des Bewusstseins der eigenen Sündigkeit vor allem beim persönlichen Gebet, während der Messfeier vor allem während der Einsetzungsworte im Hochgebet vorgesehen (Liturgiekonstitution SC 21), dem ansonsten aber das ehrfürchtige Stehen dem österlichen Charakter der Eucharistie besser entspricht.

Schließlich ist der Mensch durch die Heilstaten Christi, deren in der Eucharistie anamnetisch gedacht wird, von der Knechtschaft und der Last der Sünde erlöst.

Während nach dem Sanctus die Gemeinde sich hinkniet und bis zum Ende des Hochgebets knien bleibt, bleiben bei uns Kommunionspender und Messdiener stehen - auch während der Wandlung, unbeschadet der Kniebeugen des Priesters nach den Einsetzungsworten. Ist das stimmig? K.B.

In der „Allgemeinen Einführung in das Messbuch" (AEM) heißt es dazu: „Soweit keine andere Regelung getroffen wird, soll man in allen Messfeiern stehen: … vom Gabengebet bis zum Ende der Messe, mit den folgenden Ausnahmen: … Wenn die Platzverhältnisse oder eine große Teilnehmerzahl oder andere vernünftige Gründe nicht daran hindern, soll man zur Konsekration knien" (Nr. 21). Die „Grundordnung des Römischen Messbuchs", die zwar noch nicht in Kraft gesetzt ist, aber künftig die AEM ablösen wird, enthält zusätzlich den Satz: „Wo der Brauch besteht, dass das Volk nach dem Sanctus bis zum Ende des Eucharistischen Hochgebets … knien bleibt, ist er lobenswerterweise beizubehalten" (Nr. 43).

Grundsätzlich ist ein ehrfürchtiges Stehen dem Hochgebet - verbunden mit Knien bei den Einsetzungsworten - ebenso angemessen wie das Knien und war einst in der Osterzeit sogar vorgeschrieben. Viel hängt vom Empfinden der Gläubigen ab. Nicht sinnvoll ist es, dass die Dienste eine andere - in der Auffassung vieler Gläubiger weniger ehrfürchtige - Haltung einnehmen als die Gemeinde. Wo bei den Gläubigen beide Haltungen üblich sind, sollte die Frage nicht zum Streitobjekt gemacht, sondern geduldig und in Achtung vor der Überzeugung des je anderen in ihren verschiedenen Aspekten erörtert werden.

Eduard Nagel

Im vergangenen Jahr hatten wir in der Weihnachtsmette einen Aushilfspriester. Der hat mitten im Credo die Leute aufgefordert, sich hinzuknien. Das gab ein Durcheinander und hat richtig gestört. Ist das so vorgeschrieben? T. M.

Das Niederknien in allen Weihnachtsmessen zu den Worten des Credo „er hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden“ bzw. „empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria“ ist tatsächlich im Messbuch vorgesehen. Das ist an sich ein schöner Brauch, weil er diesem Gottesdienst einen kleinen eigenen Akzent gibt, der das jetzt gefeierte Geheimnis besonders hervorhebt. Freilich kann es nur dann „funktionieren“, wenn die Gläubigen entsprechend informiert sind und sich auch Priester und Assistenz entsprechend verhalten. Dies könnte z. B. dort geschehen, wo der Chor eine große Credo-Komposition singt und Priester und Assistenz zu diesen Worten eigens an die Stufen vor dem Altar ziehen und dort niederknien - da funktioniert es auch bei den Gläubigen ganz von selbst. Andernfalls lässt sich heute dieses Element wahrscheinlich nur auf die Weise wirklich neu beleben, dass einmal grundsätzlich die Haltungen und Gesten im Gottesdienst mit den Gläubigen überdacht werden und bei der Feier selbst - vielleicht auf einem Programm- oder Liedblatt - auf die besondere Geste an diesem Tag und auf ihren Sinn hingewiesen wird.

Eduard Nagel