Kanon

Allgemein griech. für »Richtschnur«, liturgisch Kurzbezeichnung für den "Römischen Messkanon", im deutschen Messbuch als erstes Eucharistisches Hochgebet enthalten, von lat. canon (actionis) (= Regel der Handlung).

Im Mittelalter wurde nur der Teil des Hochgebetes nach dem Sanctus als Kanon bezeichnet, da der Teil davor, nämlich die Präfation, wählbar ist. Im Missale Romanum wie im Deutschen Messbuch stehen ebenfalls verschiedene Präfationen, die auf das jeweilige Festgeheimnis eingehen, zur Auswahl.

Durch diese Zweiteilung wurde das Verständnis dafür abgeschwächt, dass das Hochgebet als ein einziger Lobpreis angelegt ist. Weiterhin wird der feststehende Kanon durch die Einfügung des Festgeheimnisses durchbrochen. Diese Einfügung steht nach der Nennung Mariens im Hochgebet vor dem Einsetzungsbericht. Auch können die beiden so genannten Märtyrerlisten mit Namen von Heiligen der frühen Kirche gekürzt werden.