Halleluja

Hebräischer Jubelruf ("Lobet/preiset Jah[we]"), der aus dem jüdischen Gottesdienst unübersetzt zur Begrüßung Christi vor dem Evangelium und als typisch österliche Akklamation Eingang in die Liturgie aller christlichen Kirchen gefunden hat. Auch sonst bei vielen Gelegenheiten gebräuchlich, sollte aber nie gesprochen, sondern immer gesungen werden oder ganz entfallen. In der römischen Liturgie wird in der österlichen Bußzeit darauf verzichtet.

An der einzigen Stelle, wo das Halleluja im Neuen Testament vorkommt, wird mit dem Ruf Christus, das Lamm, als Sieger über Babylon bejubelt (Offb 19,1-7, vgl. das Anstimmen des Jubelrufs im himmlischen Jerusalem, Tob 13, 18). Dagegen weisen viele Psalmen schon das Halleluja auf (104-106, 110- 118, 134-135, 145-150).

Bei einer Begräbnismesse habe ich erlebt, dass vor dem Evangelium ein frohes Halleluja gesungen wurde. Ich habe das als befremdend empfunden, aber auf Nachfrage hieß es, in der betreffenden Gemeinde sei das so üblich. Ist das wirklich so vorgesehen?

In dem Band VII des Messlektionars, der die Lesungen der Begräbnismesse enthält, ist bei den Evangelien der Messfeiern für Verstorbene kein Halleluja vorgesehen. Dort stehen die Rufe „Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit!" und „Lob sei dir, Herr, König der ewigen Herrlichkeit!", ähnlich lautet der Ruf „Lob dir, Christus, König und Erlöser!" (GL 176,5 / KG 31.1) Auch bei der Messfeier an Allerseelen ist kein Halleluja vorgesehen; hier steht im Lektionar der Ruf: „Ehre sei dir, Christus, Sohn des lebendigen Gottes!" In der Regel ist einer dieser Rufe der Situation und der Verfassung der Mitfeiernden zweifellos angemessener als ein freudiges Halleluja.

Allerdings kann es Einzelfälle geben, in denen das Halleluja passend erscheinen mag, z. B. wenn ein Verstorbener zu Lebzeiten selbst den Wunsch geäußert hat, es möge bei seinem Begräbnisgottesdienst auch das Halleluja erklingen. In diesem Fall wäre das eine Anpassung, die der zuständige Priester als eine pastoral gerechtfertigte Ausnahme verantworten kann - eine Regel daraus zu machen oder einer Trauergemeinde das Halleluja gar aufzudrängen ist jedoch sicher nicht angebracht und kann u. U. die Gefühle von Trauernden verletzen.

Eduard Nagel

Bisher haben wir im Advent als einer Vorbereitungszeit auf ein Hochfest, also einer Bußzeit, in der ja auch die Farbe Violett getragen wird, nicht nur auf Altarschmuck und Ausstattung des Kirchenraumes verzichtet, sondern auch kein Halleluja gesungen. Nun haben wir in unserer Gemeinde vor einem Jahr einen neuen Pfarrer bekommen und der hat das Halleluja angestimmt. Meine Frage ist also: Gehört das Halleluja in den Advent oder nicht?

Die Antwort auf Ihre Frage gibt das Mess-Lektionar: Darin ist das Halleluja im Advent vorgesehen. Im Advent entfällt lediglich das Gloria, damit es mit dem Gesang der Engel vor den Hirten an Weihnachten wieder neu gehört wird.

Der Advent ist zwar eine Vorbereitungszeit und als solche auch eine Zeit der Umkehr. Das kommt ganz klar in den Evangelien zum Ausdruck, die von Johannes dem Täufer handeln. Dennoch hat der Advent einen anderen Charakter als die Fastenzeit, die den Blick zunächst auf das Pascha richtet und damit zunächst auf das Leiden und Sterben Christi, dem dann seine Auferstehung folgt. Der Advent ist eine Zeit froher Erwartung, in der wir uns auf die Ankunft des Erlösers vorbereiten: in der Geburt des Gottessohnes, in der Gegenwart und am Ende der Zeiten. Selbst in den Schriftlesungen, die in dieser Zeit vom Gericht handeln und zur Wachsamkeit mahnen, schwingt immer der Gedanke mit, dass mit dem Gericht sich das Gute, Gottes Gerechtigkeit, durchsetzen wird.

Eduard Nagel

Kann man, wie in manchen Fernsehgottesdiensten, auch in Wort-Gottes-Feiern das Halle­luja wiederholen? C.U.

Zunächst einmal kennen die offiziellen römischen Dokumente nur das Halleluja (bzw. den Christus-Ruf in der Fastenzeit, der im Folgenden immer mitgemeint ist) vor dem Evangelium, doch wird dieser Brauch sogar von den Bischöfen (in Deutschland) teilweise selbst praktiziert.
Die Wiederholung des Halleluja nach der Verkündigung kann diese rituell einrahmen. Denn das Halleluja ist gesungener Ausdruck des Glaubens daran und der Freude darüber, dass Christus im Evangelium zu uns spricht (vgl. Pastorale Einführung in das Mess-Lektionar, Nr. 23). Eine Wiederholung nach der Verkündigung des Evangeliums wäre dann erneuter Ausdruck dieses Glaubens und der Freude, dass Er in diesem Wort eben zu uns gesprochen hat. Für die Wort-Gottes-Feier wird die Wiederholung des Halleluja sogar als Alternative zum Dialog nach dem Evangelium vorgeschlagen (vgl. Wort-Gottes-Feier, Trier 2008, S. 51).
Weil das Halleluja auch Begleitgesang der Evangelienprozession ist (vgl. Wort-Gottes-Feier, S. 25 Nr. 19), kann es nach der Verkündigung wiederholt werden als Begleitgesang zur Übertragung des Evangeliars an seinen besonderen Platz. Wenn dies nicht geschieht (oder der Weg dorthin zu kurz ist), kann das Evangeliar nach dem Dialog auch noch während der Halleluja-Wiederholung gezeigt (und in Stille an seinen Platz gebracht) werden.

Christoph Neuert, Trier