Gruppenmesse

Eucharistiefeiern mit einer kleinen, fest definierten Gemeinschaft, z. B. mit Schulklassen oder Senioren, bezeichnet man als Gruppenmessen. Auch Messfeiern mit Gruppierungen, die sich wegen eines besonderen Anlasses zusammenfinden (etwa bei Hochzeiten oder Beerdigungen), fallen unter diesen Begriff.

Im Gegensatz zur Eucharistiefeier mit der Gemeinde sind zahlreiche Anpassungen an die Gruppensituation möglich (vgl. für Messfeiern im kleinen Kreis die immer noch gültigen Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz für Messfeiern kleiner Gemeinschaften, 1970; enthalten in der Dokumentensammlung zur Messfeier, S. 163-172): Gruppenmessen dürfen außerhalb eines Kirchenraumes, etwa als Hausmesse in einem Wohnhaus oder als Seniorengottesdienst im Gemeinschaftsraum eines Seniorenheims, gefeiert werden. Liturgische Geräte sowie der Altar können daher vergleichsweise einfach ausfallen, sollen aber dennoch der Würde der Feier angemessen sein. Lesungen sind dem Anlass entsprechend auszuwählen. Fürbitten dürfen von den Teilnehmern frei formuliert werden. Wenn es die Gruppengröße erlaubt, kann die Kommunion aus einem ungesäuerten Brot (selbstgebacken oder vom Bäcker) gebrochen werden. Auch kann die Kelchkommunion allen Teilnehmern angeboten werden.

Die intensiven Gemeinschaftserfahrungen einer Gruppenmesse können den Sinn der Mitfeiernden für die (sonntägliche) Liturgie vertiefen. Jedoch darf sie die Teilnehmer/innen nicht von der Gemeinschaft der Pfarrei, der Orts- und Gesamtkirche abspalten. Daher soll es vermieden werden, Gruppenmessen am Sonntag zu feiern.

Manuel Uder, Trier

Ist es erlaubt, dass eine heilige Messe (Eucharistiefeier) nicht in einer Kirche oder Kapelle, sondern während einer privaten Zusammenkunft in einem Wohnzimmer oder in einem normalen Raum in einem Tagungshaus an einem normalen Wohnzimmertisch durch einen Priester zelebriert wird, wenn sich in der Nähe eine Kirche oder Kapelle befindet? K. D.

Das einschlägige Dokument zu Ihrer Frage sind die Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz für Messfeiern kleiner Gemeinschaften (Gruppenmesen) vom 24.9.1970, veröffentlicht in der Arbeitshilfe 77 der DBK. Darin findet sich zum Ort der Feier folgende Regelung:
„21. Nach den liturgischen Bestimmungen kann für die Feier der Gemeindemesse entweder der ihr entsprechende liturgische Raum oder ein anderer würdiger Raum gewählt werden. Wichtig ist, dass der Raum für die Feier der Gemeinschaft geeignet ist, das heißt insbesondere die tätige Teilnahme aller ermöglicht (vgl. AEM Nr. 253).
22. Dieser Gesichtspunkt ist für die Gottesdienstfeier einer kleineren Gruppe zu beachten. Daher ist die große Kirche im allgemeinen weniger geeignet. Für die Feier der Messe im kleinen Kreis soll ein liturgischer Raum bevorzugt werden, der einer Gruppenfeier eher entspricht (z. B. Kapelle, insbesondere die sog. Werktagskirche, Oratorium, Krypta). Wo ein solcher fehlt oder nur schwer zu erreichen ist, kann auch ein anderer würdiger Raum verwendet werden (z. B. Wohnraum, Versammlungsraum).“

Eduard Nagel

Was ist von sogenannten „Fastnachtsmessen" zu halten?

Versteht man die Fastnacht einfach als Zeit der Fröhlichkeit und der Freude am Leben, liegt es nahe zu sagen: Warum soll nicht etwas davon auch im Gottesdienst vorkommen? Sieht man genauer hin, so stellt man fest: Ursprünglich war die Fastnacht etwas wie ein tiefes Luftholen vor der strengen Fastenzeit. Er steht damit in einer Spannung zu dem, worum es in der Fastenzeit geht: um die Vorbereitung auf die Feier des Leidens, des Todes und der Auferstehung Christi in der Heiligen Woche. Damit ist eine Spannung verbunden zur Eucharistiefeier selbst, in der genau dieses Geschehen gegenwärtig wird.

Eine zweite Spannung hängt mit dem Sich-Verkleiden zusammen. Man verkleidet sich, weil man einmal ein anderer Mensch sein möchte. Gott aber nimmt uns ja gerade an als die, die wir sind: mit allem, worüber wir uns freuen, und allem, worunter wir leiden. Vor ihm brauchen und sollen wir uns nicht verkleiden.

Schließlich ist zu bedenken: Auch am Faschingssonntag leiden Menschen. Ist es ihnen zumutbar, dass sie selbst im Gottesdienst, in dem Christi Leiden und Tod gegenwärtig werden, keine Zuflucht finden, weil auch dort die sonst in diesen Tagen allgegenwärtige Ausgelassenheit herrscht? Oder Menschen, die gerade in diesen Tagen persönliche Verletzungen durch Spott oder Untreue eines Partners erfahren?

So kann eine Wort-Gottes-Feier mit kostümierten Kindern - Motiv: „Wer bin ich vor Gott?" - angemessen sein, die Eucharistiefeier am Sonntag ist es nicht.

Redaktion

In unserem Kinderliturgiekreis kam die Frage auf, ob man bei Kinder-Wort-Gottes-Feiern auch aus einer Kinderbibel vorlesen kann. Einige von uns meinen, nein. Können Sie Auskunft geben? C. G.

Die Verkündigung aus der Heiligen Schrift ist Kernstück jeder Wort-Gottes-Feier. So dürfen biblische Lesungen auch in Kindergottesdiensten nicht fehlen. Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass hier nicht irgendwelche Geschichten erzählt werden, sondern dass das Wort Gottes aus der Heiligen Schrift für uns Christen von ganz besonderer Bedeutung ist. Das kommt u. a. zum Ausdruck, wenn vom Ambo aus und aus einem kostbar gestalteten Buch vorgetragen wird, wenn Weihrauch und Kerzen zur Verehrung des Wortes Gottes eingesetzt werden. Dies kann man auch im Kindergottesdienst verwirklichen. Das heißt v. a. nicht von losen Zetteln ablesen, sondern aus einem richtigen und schönen Buch. Da kommen zunächst die beiden Bände des „Lektionars für Kindermessen“ in Frage. Da darin aber nicht alle biblischen Texte enthalten sind, und da v. a. für nicht eucharistische Kindergottesdienste an Werktagen geeignete Schriftlesungen frei gewählt werden können, kann auch eine geeignete Kinderbibel zum Einsatz kommen. Das „Direktorium für Kindermessen“ von 1973 empfiehlt daneben auch den Gebrauch von Bibelausgaben, die in der Katechese Verwendung findet. Dabei gilt aber: Die Texte sollen keine Paraphrasen sein, sondern wirklich den Bibeltext wiedergeben. Da nicht alle Kinderbibeln den genannten inhaltlichen und gestalterischen Kriterien entsprechen, sollte man genau hinschauen.

Redaktion

Wir, eine kleine Gruppe von Frauen, bereiten allwöchentlich unsere „Frauenmesse" vor. Schwierigkeiten bereitet uns die erste Lesung. Das sind oft lange Texte aus dem Alten Testament, mit denen wir nichts anfangen können. Kann man da nichts anderes nehmen? B. W.

Das Mess-Lektionar gibt dem Zelebranten an den Wochentagen für die Auswahl der Messtexte einen großen Freiraum. Vorgeschrieben sind die Texte an Hochfesten und Festen. An Gebotenen Gedenktagen von Heiligen können die Lesungen vom Wochentag oder vom Heiligengedenktag genommen werden. An nichtgebotenen Gedenktagen von Heiligen und an freien Wochentagen kann man das Formular vom Tag nehmen, in der Zeit im Jahreskreis auch eine von den „Messen für besondere Anliegen“ oder den „Votivmessen“. Die Leseordnung der Wochentage sieht vor, dass biblische Bücher fortlaufend in Auswahl vorgelesen werden. Wo der Sinn einer solchen „fortlaufenden Lesung“ nicht erreicht wird, weil z. B. nur eine Messe in der Woche gefeiert wird, können aus den Lesungen der betreffenden Woche die am geeignetsten erscheinenden ausgewählt werden. Darüber hinaus heißt es in der „Allgemeinen Einführung in das Messbuch“ in Nr. 319: „Bei Messfeiern mit besonderen Gruppen kann der Priester Lesungen auswählen, die für diese Gottesdienste geeigneter sind, sofern sie aus einem approbierten Lektionar genommen werden.“ - Über diese Möglichkeiten sollte Ihr Vorbereitungskreis einmal mit dem zuständigen Priester sprechen.

Eduard Nagel