Friedhof

Während im römischen Reich die Gräberfelder u. a. aus Gründen des Krankheitsschutzes außerhalb einer geschlossenen Bebauung liegen mussten, entwickelten sich im Mittelalter Friedhöfe rund um die Kirchen. Diese wiederum waren über Heiligengräbern erbaut, in deren Nähe man im Hinblick auf die bevorstehende Auferstehung der Toten liegen wollte. Der Name Friedhof stammt daher, dass im Bezirk um eine Kirche im Mittelalter Flüchtlingen Schutz vor dem Zugriff der weltlichen Macht (Kaiser, Fürst …) gewährt wurde. Aufgrund seiner Lage bei der Kirche wird ein Friedhof traditionell auch als Kirchhof bezeichnet.

Heutige Friedhöfe liegen oft aus Platzgründen im Randgebiet der (Innen-)Städte. Ein katholischer Friedhof wird bei der Eröffnung gesegnet und ein Kreuz darin aufgestellt. Die dazu vorgesehene Form besteht aus einer Prozession zum Friedhof mit Wortgottesdienst vor dem Kreuz, Homilie (Predigt) und Segensgebet. Das Kreuz wird mit Weihrauch inzensiert, und der Friedhof und die Versammelten werden mit Weihwasser besprengt. Daran kann sich entweder eine Eucharistiefeier anschließen oder der Gottesdienst mit Fürbitten, Vaterunser und Entlassungssegen enden. Auch bei kommunalen Friedhöfen ist die Weihe im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes kirchlicherseits wünschenswert.