Christkönigssonntag

Am letzten Sonntag im Jahreskreis feiern wir das „Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, des Königs des Weltalls“. Papst Pius XI. hat es 1925 zur 1600 Jahr-Feier des Konzils von Nicäa eingeführt. Es wurde zunächst am letzten Oktobersonntag direkt vor Allerheiligen begangen, im Zug der Erneuerung der Liturgie aber auf den letzten Sonntag im Kirchenjahr verlegt. So wird ganz deutlich, dass das pilgernde Gottesvolk im Kirchenjahr auf den zur Rechten Gottes erhöhten Herrn Jesus Christus zugeht.

Die Texte vom Festtag betrachten in allen drei Lesejahren unterschiedliche Aspekte der Herrschaft des erhöhten Christus als Sieger, König, Richter, Messias und Haupt seines Volkes, der Kirche. Sie erinnern aber auch an die Erwartung seiner Wiederkunft. Damit leitet das Christkönigsfest bereits in den Advent über, mit dem am darauffolgenden Sonntag das neue Kirchenjahr beginnt.

Als Gesänge für Gottesdienste am Christkönigssonntag eignen sich:

  • Großer Gott, wir loben dich: GL 380,
  • die Christus-Rufe („Christus Sieger, Christus König“): GL 560,
  • die Litanei vom Heilswirken Gottes: GL 558,1.3-4,
  • die Gesänge und Lieder
    • Wir rühmen dich, König der Herrlichkeit: GL 211,
    • Gelobt seist du, Herr Jesus Christ: GL 375,
    • Wie schön leuchtet der Morgenstern: GL 357,
    • Wachet auf, ruft uns die Stimme: GL 554,
    • Macht weit die Pforten in der Welt: GL 360,
    • Dich, König, loben wir: Diözesananhänge.

      Redaktion

Alle Jahre wieder frage ich mich, ob es wirklich hilfreich ist, in einer demokratischen Gesellschaft Christus als Monarchen zu feiern. Gibt es keine besseren Bilder, um seine alles überragende, aber auch versöhnende Macht auszudrücken? G. A.

Es kann überraschen, dass im Jahr 1925, also in einer Zeit, als Monarchien viel von ihrem früheren Glanz verloren hatten, Papst Pius XI. das „Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, des Königs des Weltalls“ einführte. Er tat dies anlässlich der 1600-Jahr-Feier des Konzils von Nizäa, auf dem gegen Irrlehren des Arianismus das Wesen Christi als Sohn Gottes klar ausgesprochen worden war.

Der Blick auf Christus, den Herrn, der am Ende der Zeiten als Richter wiederkommt und dem alle anderen Mächte unterliegen, fiel in dieser Zeit der politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen und Unsicherheiten durchaus auf guten Boden: In den folgenden Jahrzehnten richtete die Frömmigkeit gerade auch der jungen Menschen sich stark auf Christus aus. Das zeigt sich u. a. in Gesängen, die in dieser Zeit entstehen: „Christus Sieger, Christus König“ (GL (2013) 560), „Komm, Herr Jesus“ (GL (1975) 565), „Komm, Herr Jesu, komm“ (GL (1975) 568).

Der Blick auf den wiederkommenden Herrn gab offensichtlich Hoffnung. In der heutigen Distanz zu Monarchien und ihren Unzulänglichkeiten liegt auch eine Chance, mit dem Königstitel Christi die versöhnende und einigende Kraft zu verbinden, die von dem ausgeht, der durch seine Liebe und Hingabe die Gewalt überwunden hat.

Eduard Nagel