Brotsegnung

„… unser tägliches Brot gib uns heute …“ - diese Bitte aus dem Gebet des Herrn drückt die Bedeutung aus, die Brot nicht nur im christlichen Glauben, sondern im Leben aller Menschen zukommt. Als das kulturübergreifende Grundnahrungsmittel überhaupt hat es auch in der Bibel als besondere Gabe Gottes einen wichtigen Stellenwert. Gemeinsam Brot zu essen, festigt die Gemeinschaft und stiftet Bundesverhältnisse. Jesus selbst bezeichnet sich im Neuen Testament als „Brot vom Himmel“ und „Brot des Lebens“ (Joh 6,30-51b). In der Eucharistie gibt er sich selbst als lebensspendende Speise hin. Als Inbegriff dessen, was wir zum Leben benötigen, wird Brot bereits früh zum Gegenstand von Segenshandlungen.

Auch im deutschen Benediktionale finden sich entsprechende Formulare: Neben dem österlichen Speisesegen (Nr. 7), bei dem neben Brot auch Fleisch und Eier gesegnet werden, wird traditionell auch an bestimmten Heiligenfesten (z. B. Agathe, Antonius, Blasius…) eine Brotsegnung (Nr. 13) vorgenommen. Auch ist Brot in der Regel Bestandteil der am Erntedankfest gesegneten Erntegaben (Nr. 10). Bei allen diesen Segnungen wird Gott für die Schöpfung gedankt und zum geschwisterlichen Teilen des Brotes bzw. der Erntegaben aufgerufen. Eine Brotsegnung kann weiterhin aber auch im Familienleben durch ein Familienmitglied vorgenommen werden. Auch hierfür bietet das Benediktionale ein kurzes Formular mit Schriftwort/Lesung und Segensgebet (Nr. 58). Es ist zu wünschen, dass dieser alten Brauch des familiären Segens nicht verloren geht.

Manuel Uder