Taufkleid

Wenn der Zelebrant beim Taufritus das Kleid dem Kind überreicht, spricht er: "N., in der Taufe bist du eine neue Schöpfung geworden und hast - wie die Schrift sagt - Christus angezogen. Das weiße Gewand sei dir ein Zeichen für diese Würde. Bewahre sie für das ewige Leben." Damit wird das Taufkleid zum Zeichen für Christus, den wir bei der Taufe angelegt haben.

Daran erinnert uns das weiße Kommunionkleid und die Albe der Diensttuenden beim Gottesdienst. Man bezieht sich dabei auf das Schriftwort: "Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt" (Galater 3, 27). Das Taufkleid wird deshalb sinnvollerweise nicht schon vor der Taufe angelegt, sondern erst während der Taufe überreicht - und auch nicht gleich wieder weggenommen.

Das Gotteslob spricht im Kapitel über die Kindertaufe vom Überreichen des weißen Kleides an die Neugetauften. Wird das Taufkleid in der Feier nur aufgelegt oder richtig angezogen? E. M. B.

In der Tauffeier folgen auf den Kernritus der Taufe durch Eintauchen in oder Übergießen mit Wasser mehrere ausdeutende Riten. Das Überreichen des weißen Kleides ist einer davon. Er wird seit dem 4. Jahrhundert praktiziert. Das weiße Taufkleid ist ein Zeichen für das ganz Neue, das durch die Taufe am Menschen geschehen ist: Zeichen dafür, dass der/die Getaufte neu geschaffen ist, neu geboren durch den Heiligen Geist, und dass er/sie Christus wie ein Kleid angezogen hat. Ursprünglich wurde in der Osternacht getauft, das weiße Kleid dann in der ganzen Osterwoche getragen und am zweiten Ostersonntag, dem „Weißen Sonntag", wieder abgelegt. Heute ist die Säuglingstaufe üblich, wobei häufig mehrere Kinder in einer Feier getauft werden. So hat es sich vielerorts eingebürgert, den Neugetauften nacheinander ein weißes Kleid nur kurz aufzulegen. Von dieser verkümmerten Zeichenhandlung kann jedoch nur dringend abgeraten werden! Die volle Zeichenhaftigkeit entfaltet diese liturgische Handlung nur, wenn das Taufkleid wirklich angezogen wird. Dazu hat jeder Täufling ein eigenes, das nicht schon vor der Tauffeier getragen wird, sondern in der Feier vom Vorsteher überreicht und dann - z.B. unter Mithilfe der Taufpaten - angezogen wird. Jugendliche und erwachsene Täuflinge können (möglicherweise in der Sakristei) eine Albe anziehen oder auch einen weißen Taufschal über ihre Kleidung anlegen.

Redaktion