Salbung

Salbung bezeichnet das Bestreichen eines Menschen oder eines Gegenstandes mit Öl als Zeichen von Heil, Stärkung, Weihe und göttlicher Erwählung. In der Antike diente Pflanzenöl der Körperpflege, der Heilkunst und der Auszeichnung besonderer Personen. Im Alten Testament werden Könige, Priester und bisweilen Propheten gesalbt; die Salbung macht sichtbar, dass Gott einen Menschen für einen besonderen Dienst erwählt und mit seinem Geist ausstattet (vgl. 1 Sam 10,1; 16,13). Auch der Titel „Messias“ beziehungsweise „Christus“ bedeutet wörtlich „der Gesalbte“.

In der christlichen Liturgie haben Salbungen bis heute einen wichtigen Platz. Bei Taufe und Firmung wird mit Chrisamöl gesalbt; dadurch wird die Zugehörigkeit zu Christus und die Teilhabe am gemeinsamen Priestertum der Gläubigen ausgedrückt (vgl. 1 Petr 2,9). In der Taufe kann zudem die Salbung mit Katechumenenöl vorausgehen, die Schutz, Stärkung und Befähigung zum christlichen Leben symbolisiert. Bei der Priesterweihe werden die Hände des Neupriesters, bei der Bischofsweihe das Haupt des Erwählten mit Chrisam gesalbt. Auch Altäre und Kirchengebäude werden bei ihrer Weihe gesalbt.

Eine besondere Bedeutung besitzt die Salbung im Sakrament der Krankensalbung. Hier wird der kranke Mensch mit Krankenöl gesalbt und unter Gebet der Sorge Gottes anvertraut. Die Salbung steht für Trost, Aufrichtung und die Bitte um Heilung an Leib und Seele (vgl. Jak 5,14–15). So ist die liturgische Salbung mehr als ein symbolischer Ritus: Sie verweist auf die stärkende und heilende Nähe Gottes, die Menschen in entscheidenden Lebenssituationen zugesprochen wird.

Manuel Uder, Trier

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