Regionalkalender

Als Regionalkalender wird im katholischen Kirchenjahr einen liturgischen Kalender bezeichnet, der den allgemeinen römischen Kalender für ein bestimmtes Land, Sprachgebiet oder eine größere Region ergänzt. Er enthält Feste, Gedenktage und Eigenfeiern, die für das betreffende Gebiet von besonderer Bedeutung sind. Damit verbindet der Regionalkalender die Einheit der römischen Liturgie mit der geschichtlichen und geistlichen Eigenprägung einzelner Ortskirchen.

Die Möglichkeit solcher Eigenkalender entspricht einem Anliegen des Zweiten Vatikanischen Konzils. In In der Liturgiekonstitution wird angeregt, dass nicht alle Heiligenfeste überall gleichermaßen gefeiert werden müssen, sondern zahlreiche Feiern den Teilkirchen, Nationen oder Ordensgemeinschaften überlassen bleiben können (vgl. SC 111). Dadurch soll der liturgische Kalender übersichtlicher bleiben und zugleich Raum für regional bedeutsame Heilige schaffen. Regionalkalender entstehen in Abstimmung mit dem Apostolischen Stuhl und ergänzen den Generalkalender der Gesamtkirche.

Für den deutschsprachigen Raum besteht der Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet, der für Deutschland, Österreich, die Schweiz und die (Erz-)Diözesen Luxemburg, Bozen-Brixen und Lüttich gilt. Er berücksichtigt etwa Heilige, Selige und Gedenktage, die in diesen Ländern besonders verehrt werden. Darüber hinaus können einzelne Bistümer eigene Diözesankalender besitzen, ebenso Ordensgemeinschaften eigene Kalender mit ihren Gründergestalten und Heiligen. Der Regionalkalender macht so sichtbar, dass Kirche immer zugleich universal und ortskirchlich verwurzelt ist.

Manuel Uder, Trier

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