Litanei

Bezeichnung aus dem Lateinischen von litania für »Bittgebete«, in denen die Gemeinde auf die Bitten oder Anrufungen des Vorbeters mit gleichbleibenden Bittrufen antwortet. Rom übernahm diese Gebetsform im 5. Jh. aus der Ostkirche, die sie als Kyrie-Litanei kannte, also als Anrufung Christi, und schuf als ältesten Typ die Allerheiligenlitanei (GL 556). Ebenfalls sehr früh entstand die Lauretanische Litanei mit ihren Marienanrufungen (GL 566). Litaneien erfreuten sich im Mittelalter z.B. bei Prozessionen großer Beliebtheit.

Heute wird besonders die Allerheiligenlitanei bei Weihungen und Segnungen sowie bei Bittprozessionen gesungen, beispielsweise in der Osterliturgie zur Segnung des Taufwassers oder bei der Priester- oder Bischofsweihe. Im Gotteslob (2013) sind 15 Litaneien verzeichnet, darunter neben den genannten auch moderne wie die "Litanei von der Gegenwart Gottes" (GL 557) und die "Christus-Rufe" (GL 560).