Das Hochfest (lat. sollemnitas) ist der höchste Rang im liturgischen Kalender der katholischen Kirche. Es hebt die wichtigsten Heilsgeheimnisse des Glaubens sowie herausragende Feste Jesu Christi, der Gottesmutter Maria und einiger Heiliger hervor. Zu den Hochfesten gehören vor allem Ostern als höchstes Fest des Kirchenjahres und Weihnachten, aber auch Feste wie Erscheinung des Herrn, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Fronleichnam oder Allerheiligen. Daneben haben auch der Weihetag einer Kirche, das Patronatsfest einer Diözese oder Pfarrei sowie das Kirchweihfest der Kathedrale den Rang eines Hochfestes.
In liturgischer Hinsicht unterscheiden sich Hochfeste deutlich von den in der Rangfolge niedriger angesiedelten Festen (festum), gebotenen Gedenktagen (memoria) und nichtgebotenen Gedenktagen (memoria ad libitum). Sie beginnen bereits am Vorabend mit der Ersten Vesper und enden mit der Zweiten Vesper des Festtages. In der Eucharistiefeier werden in der Regel das Gloria und das Glaubensbekenntnis gesprochen oder gesungen; außerdem sind den einzelnen Hochfesten eigene Lesungen und Gebete zugeordnet. Einige Hochfeste besitzen zusätzlich eine eigene Vigilmesse, die bereits am Vorabend gefeiert werden kann, etwa Weihnachten, Ostern, Pfingsten oder die Geburt Johannes des Täufers.
Die heutige Rangordnung der liturgischen Tage geht im Wesentlichen auf die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils zurück. Sie soll die Mitte des Kirchenjahres – das Pascha-Mysterium Christi – deutlicher hervortreten lassen und zugleich die Bedeutung der einzelnen Feste übersichtlich ordnen. So bilden die Hochfeste die Höhepunkte des liturgischen Jahres und strukturieren den Rhythmus der kirchlichen Festzeiten.
Manuel Uder, Trier