Heilige Drei Könige

Nach einer Erzählung des Matthäusevangeliums kamen Magier aus dem Osten nach Jerusalem, um dem neugeborenen König der Juden zu huldigen (Mt 2). Von einem Stern, einem im Judentum königlichen Zeichen, geleitet, fanden sie schließlich in Betlehem das Jesuskind, dem sie Gold, Weihrauch und Myrrhe als Geschenke darbrachten. In den Rang von Königen (als Anlehnung an Jes 60,3 und Ps 72,10) mit den Namen Caspar, Melchior und Balthasar gelangten die Magier aus dem Morgenland erst durch die spätere Legendenbildung. Ihre Dreizahl leitete man aus ihren Gaben ab.

Das liturgische Jahr kennt kein Fest der Heiligen Drei Könige, außer in Köln, wo seit dem 13. Jahrhundert die Reliquien im Dreikönigsschrein des Domes große Verehrung genießen. Dieser Verehrung ist auch die volkssprachliche Bezeichnung für den 6. Januar, „Dreikönig", zu verdanken. An diesem Datum feiern wir das Hochfest „Erscheinung des Herrn" (Epiphanie), an dem das Evangelium von den Weisen aus dem Morgenland gelesen wird.

Das Sternsingen, ursprünglich ein alpenländischer „Heischebrauch" (Fordern und Erbitten von Gaben), hat sich erst in den letzten Jahrzehnten zu seiner heutigen Gestalt entwickelt: Von den Gemeinden ausgesandte Sternsinger, meist Kinder, sammeln regional unterschiedlich vom 27. Dezember bis zum 6. Januar in den Häusern Spenden für die Dritte Welt. Durch das Anbringen der Buchstaben C+M+B („Christus Mansionem Benedicat" = „Christus, segne das Haus") und der Jahreszahl mit geweihter Kreide sowie dem mitgeführten Stern wird dabei der Segen Gottes vermittelt.

Manuel Uder