Apostelfeste sind liturgische Gedenktage zu Ehren der Apostel, also jener Jünger, die von Jesus in besonderer Weise berufen und als Zeugen seiner Auferstehung ausgesandt wurden. Sie erinnern an die Grundlagen der Kirche, die „auf das Fundament der Apostel“ gebaut ist (vgl. Eph 2,20). In den Apostelfesten ehrt die Kirche nicht nur einzelne Personen, sondern feiert den missionarischen Ursprung des christlichen Glaubens und die Weitergabe des Evangeliums bis in die Gegenwart.
Im römischen Kalender besitzen die meisten Apostelfeste den Rang eines Festes; das Hochfest der Apostel Petrus und Paulus am 29. Juni nimmt eine besondere Stellung ein. Gefeiert werden unter anderem Andreas (30. November), Johannes (27. Dezember), die Bekehrung des Apostels Paulus (25. Januar), Kathedra Petri (22. Februar), Philippus und Jakobus (3. Mai), Thomas (3. Juli), Jakobus der Ältere (25. Juli), Bartholomäus (24. August), Matthäus (21. September) sowie Simon und Judas (28. Oktober). Regionale Kalender können zusätzliche Eigenheiten aufweisen, etwa das Matthiasfest am 24. Februar im deutschen Sprachgebiet.
Eine besondere Nähe zu den Apostelfesten besitzt das Fest der heiligen Maria Magdalena am 22. Juli. Papst Franziskus erhob ihren Gedenktag 2016 zum Fest (mit eigener Präfation) und würdigte damit ihre herausragende Stellung als erste Zeugin des Auferstandenen und Botin der Osterbotschaft. In der Tradition wird sie deshalb als „Apostelin der Apostel“ bezeichnet (apostola apostolorum). So machen die Apostelfeste insgesamt deutlich, dass die Kirche aus dem Zeugnis konkreter Menschen lebt, die Christus begegnet sind und seine Botschaft weitergetragen haben.
Manuel Uder, Trier