Antwortpsalm

Als Antwortpsalm wird der Psalmgesang nach der ersten Lesung im Wortgottesdienst der Messfeier und in der Wort-Gottes-Feier bezeichnet. Er ist ein wesentlicher Bestandteil der Verkündigung und nicht bloß ein Zwischengesang. In ihm antwortet die versammelte Gemeinde auf das zuvor gehörte Wort Gottes mit Worten der Heiligen Schrift selbst, denn die Psalmen sind Gebete Israels und zugleich Gebetbuch der Kirche. Der Antwortpsalm steht daher an der Schnittstelle von Hören und Beten.

Der Antwortpsalm wird in der Regel vom Ambo aus durch Kantor/in oder Chor vorgetragen. Die Gemeinde beteiligt sich mit dem Kehrvers, der nach den einzelnen Psalmstrophen wiederholt wird. Daher stammt die Bezeichnung Psalmus responsorius = Antwortpsalm. Nach Möglichkeit soll der Psalm gesungen werden, da seine poetische Form und sein betender Charakter auf diese Weise besonders zur Geltung kommen. Wo dies nicht möglich ist, kann er auch gesprochen vorgetragen werden.

Inhaltlich ist der Antwortpsalm auf die jeweilige Lesung des Tages abgestimmt und hilft, das Gehörte innerlich aufzunehmen und zu vertiefen. Zugleich setzt er die Verkündigung fort, weil auch der Psalm Teil der biblischen Offenbarung ist. Die Gemeinde antwortet also nicht mit eigenen Worten, sondern mit inspirierten Worten der Schrift. So verbindet der Antwortpsalm Meditation, Zustimmung und gemeinschaftliches Gebet und gehört zu den besonders charakteristischen Elementen des erneuerten Wortgottesdienstes nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.

Manuel Uder, Trier

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