Amen ist ein hebräisches Wort, das unübersetzt in die Liturgie des Judentums und aller christlichen Kirchen eingegangen ist. Es gehört zu den häufigsten liturgischen Antworten (Akklamationen) der Gemeinde. Sein Grundsinn lautet: feststehen, zuverlässig sein, zustimmen. Wer „Amen“ spricht, bekräftigt das Gehörte, macht es sich zu eigen und stimmt ihm mit innerer Zustimmung zu. Sinngemäß kann das Wort mit „So ist es“, „Es gilt“ oder „Ja, so sei es“ wiedergegeben werden.
Bereits im Alten Testament erscheint „Amen“ in verschiedenen Zusammenhängen: als Zustimmung auf eine Rede, als Bekräftigung eines Eides oder Fluchwortes und als Antwort am Ende von Lobpreis und Gebet. Diese Verwendung wurde in den jüdischen Gottesdienst übernommen und fand von dort Eingang in die christliche Liturgie. Auch das Neue Testament kennt das Amen vielfach, etwa als Antwort der Gemeinde auf das Dankgebet oder am Ende von Segenswünschen und Doxologien. Eine besondere Stellung haben die Worte Jesu, der mit dem feierlichen „Amen, ich sage euch“ seine Aussagen bekräftigt. Im Buch der Offenbarung wird sogar Christus selbst „der Amen“ genannt (Offb 3,14), als der verlässliche Zeuge Gottes.
In der Liturgie hat das Amen bis heute großes Gewicht. Es beschließt Gebete, bestätigt Segensworte und macht deutlich, dass die Gemeinde aktiv am Gottesdienst teilnimmt. Besonders bedeutsam ist das feierliche Amen am Ende des Eucharistischen Hochgebets, mit dem die versammelte Gemeinde dem Lobpreis und der Danksagung zustimmt. Auch im persönlichen Gebet markiert das Amen Vertrauen und Hingabe. So ist dieses kleine Wort eine knappe Zusammenfassung des Glaubens: Zustimmung zu Gottes Verheißung und Bereitschaft, aus ihr zu leben.
Manuel Uder, Trier